Sonstige – Rolf Schöbel

Sonstige – Rolf Schöbel

Hallo. ich möchte meine Gitarre mit dem Namen „Mut“ vorstellen. Ich habe eigentlich schon letztes Jahr angefangen die diversen Teile überall zusammen zu suchen. da ich sehr konkrete Vorstellungen hatte was ich den alles verbauen möchte. Ich hatte in einem Forum gelesen das die Schaller – Tremolos eine lebenslange Garantie geben. also habe ich mich kundig gemacht warum die so von sich überzeugt sind. Alle Rezensionen haben die Tremolo Lockmeister in den Himmel gelobt.

Jetzt da ich seit kurzer Zeit selbst so eines bedienen darf schließe ich mich der Einschätzung an. Im Laufe des Bauprozesses sind dann die letzten Entscheidungen gefallen. zum Beispiel das ich das ganze in Altkupfer gekauft habe. Das kam daher da ich ursprünglich einen Korpus aus asiatischer Esche in Ebay günstig ersteigert hatte. Dieses Holz kennen vielleicht einige aus den Baumärkten. da wird es als Pawlowina verkauft. Es ist ein extrem leichtes Holz und lässt sich vergleichsweise leicht bearbeiten.

Dadurch das der Korpus um einiges leichter als der fünfteilige Hals war kam ich auf die Idee Rohrstücke aus Kupfer einzusetzen um das Gewicht ein wenig auszugleichen. Und Designtechnisch war ich sofort von der Idee überzeugt. Ich bin kein Vollblutmusiker. also arbeite ich in einer Firma die Klimamaschinen herstellt. Dort werden verschiedene Rohrdurchmesser verarbeitet so das ich einige Abfallstücke mitnehmen durfte. Allerdings hatte ich mir eingebildet das ich die notwendigen Löcher im Holzkorpus mit einem Akkuschrauber hinkriegen könnte. Das war aber ein teurer Irrtum. Denn die großen Bohrer sind dann verlaufen und das Eschenholz ist auch ausgerissen. Also konnte ich den Korpus wegwerfen. Hier mal ein erstes Bild der fertigen Gitarre.

Ich habe daraufhin einen neuen Korpus gekauft. Diesmal einen Lindenholzkorpus mit einer Eschenwurzeldecke. Die Tremolofräsung und die Fräsung für die Elektronik waren soweit schon vorhanden. Ich habe dann noch die Tremoloausparung nach unten hin erweitert da das Schaller Tremolo unten diese Schrauben zur Fixierung der Saiten hat. Für jede Schraube hab ich dann noch so eine Kuhle gemacht. das alles mit günstigen aber genialen Schnitzwerkzeugsatz aus dem Baumarkt.Ebenso hab ich die Ausparung für das Pickguard entsprechend mit den Schnitzwerkzeug bearbeitet das das Pickguard eben mit der Decke ist. Für die Löcher für die Rohre habe ich mir dann eine Billigbaumarkt – Ständerbohrmaschine angeschafft.

Damit war das Bohren der Löcher kein Problem mehr. Vorher habe ich die entsprechenden Bohrstellen noch mit Malerkrepp abgeklebt. Dadurch konnte ich verhindern das es beim Durchbohren solche Abreißer zustande kommen. Das Pickguard habe ich aus einem Kupferblech aus dem Baumarkt gemacht das ich zum halben Preis bekommen habe. da das Blech schon sehr angelaufen war. Aber eigentlich genau das was ich wollte. Die Rohre waren anfangs dann doch noch sehr blank. Ich hab sie für eine Viertelstunde in den Backofen getan um ihnen eine gewisse Patina zu geben. da mir das noch nicht gereicht hat hab ich mir die Hände mit Handcreme eingerieben und etwas davon in den Röhrchen verteilt.

Hier mal ein Bild vom Pickguard. Das habe ich entsprechend der Fräsung erst mal auf ein Blatt Papier aufgemalt und ausgeschnitten um die optimale Größe und die Aussparungen für die Pickups bestimmen zu können.

Wie gesagt hatte ich die meisten Materialien bereits besorgt und so wusste ich was wie groß ausfällt. Bei der Wahl der Pickups habe ich mich für Lace Sensors entschieden. Die haben wohl früher lange für Fender die Pickups gefertigt (Wikipedia). Der Single Coil in der Mitte ist ein sogenannter Alumitone. ein aus Aluminium mit dem Wasserjet gefertigtes Teil. Generell lässt sich sagen das die Teile sehr immun gegen Einstreuungen von Störsignalen sind. Und was den Sound angeht sind Sie sehr vielseitig.

Vielleicht nicht unbedingt für die Shredder aber für alles andere einfach genial. Die Kappen der Humbucker wurden ab Werk mit einem Schweißbrenner bearbeitet. so das das Metall angelaufen ist. Das passt natürlich genial zum Rest der Materialien. Die Kabelbuchse aus Altkupfer habe ich dann nach einem halben Jahr Internetsuche dann doch gefunden. Die Schräubchen für das Pickguard, das Abdeckblech für die Tremolofedern und die Kabelbuchse sind aus Messing, leider habe ich nirgends welche aus Kupfer gefunden.

Ein Händler für Zubehör für Antiquitätenrestaurierung hatte dann die kleinen Messingschräubchen. Das Fach für die Elektronik ist komplett mit Abschirmfolie aus Kupfer ausgekleidet. Für die Schraubenaussparung des Tremolos. für den Ape – Griff und mein Logo oben am Hals habe ich auch diese Folie verwendet.

Die Gitarre an sich ist naturbelassen. nur mit etwas Leinöl behandelt. Die Abschirmfolie die sichtbar ist habe ich an den Rändern mit etwas Nagellack behandelt. dadurch ist gewährleistet das sich die Kupferfolie nicht löst. Das funktioniert wirklich erstaunlich gut. Und es fällt kein bißchen auf.Der heulende Wolf für die Truss Rod Abdeckung ist ein Sticker einer japanischen Firma die sich auf sowas spezialisiert hat. Der Wolf unten auf dem Pickguard ist aus Silber.

Die Locking – Mechaniken sind auch von Schaller ebenso wie die Drehknöpfe und der Wahlschalter für die Pickups. (Übrigens dort gibt es auf der Website alle möglichen Verschaltungen für alle Arten der Bestückung. ein Blick lohnt sich also.)

Auf der Rückseite dann habe ich mir aus dem Blech noch die Abdeckung für die Federn gefertigt und mit dem Dremel und einer kleinen Flexscheibe dieses Tattoo reingefräst.

Das habe ich dann noch mit im Dunkeln leuchtenden Pigmenten versetzten Acrylharz in blau gelb und orange wieder ausgegossen. Sieht in der Nacht schon geil aus obwohl der Effekt jetzt doch nicht so heftig ausfällt wie ich gehofft hatte.Das Blech ist auch wieder eben mit dem Holz. Die Federn habe ich gegen andere getauscht da die von Schaller gelieferten doch etwas schwachbrüstig ausgefallen sind.

Bei dem Rohr mit 20 mm Durchmesser habe ich vorne mit einem Ersatzteil für die Maglite das Loch verglast und von hinten mit einer Cabochonglaslinse. Der Effekt ist irre wenn Licht von hinten durchfällt. Kann man leider auf den Bildern nicht so gut sehen.

Für die Halsplatte konnte ich auch wieder einen Anbieter für eine aus Kupfer finden und für die Schrauben habe ich metrische Schrauben. verkupfert. gefunden. Dazu habe ich dann im Hals Einschlaggewindebuchsen gesetzt. Das verhindert ein eventuelles Ausleiern was durchaus bei Hozschrauben für den Hals vorkommt. Den nach ein paar Jahren kann sich doch noch einiges an der Feuchte des Holzes ändern. Und die Schrauben dort sind doch stark unter Belastung.

Aber das ist wahrscheinlich Ansichtssache. Die Schrift ist einfach mit Schlagbuchstaben reingehämmert. Da der größte Teil der Fertigstellung genau in den Zeitraum des Beginns dieses ganzen Corona – Wahnsinns fiel habe ich mich auch entschlossen der Gitarre den Namen Mut zu geben. Einfach auch weil das englische Courage als Wort eigentlich nicht so genau trifft was ich sagen will.

Für mich ist Mut positiv besetzt und hat weniger mit Agression und so zu tun sondern eher mit Zuversicht und Vertrauen in die Welt und die Menschheit. Bei Courage, dem englischen Wort, steckt schon „Rage“ im Wort. Mut sollte aber nicht unbedingt Wut und zornig sein.
# Rise of Corona March 2020 MUT #


Ich hoffe das die Gitarre gefällt und hoffentlich habe ich damit ein paar Leute inspiriert und
berührt. Das würde mich freuen. Liebe Grüße. ROSCHI.
UND BLEIBT GESUND!

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