MSG – K-H Simon

Moin Gitarrenbastler,

Michael Poulsen, Frontmann der Band Volbeat, spielt so eine Gitarre und ich dachte was für ein geiles Teil. Musste haben, bauste dir selber.

Gibsons’s SG GT, die Shelby Cobra unter den SG’s in Heavy-Duty- Machart, gebaut von ca. 2006 – 2007 in einer Stückzahl von nur ca. 2000 Stück in verschiedenen Farbzusammenstellungen. Bekommt man hin und wieder mal gebraucht, mir aber zu teuer.

Nach meiner letztjährigen Platzierung unter den ersten Zehn habe ich mir von dem Gutschein einen Bausatz von ML Factory gekauft. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle an ML. Body selber bauen wäre auch ne Option gewesen aber bei dem Preis…. Wichtig war mir nur hierbei ein geleimter Hals. Hardware habe ich aber ausgetauscht.

Das Herzstück ist bei der Klampfe natürlich das große Tailpiece welches nicht so einfach zu bekommen ist. Also selber bauen.

Dank meines Jobs also 3D CAD Modell anhand von Bildern und geschätzten Abmessungen modelliert und mittels CAD-CAM bei uns in die Fertigung unserem Fräser gegeben. Aus Aluminium hochfest gefräst. Danach schleifen und polieren bis zum Abwinken.

Die Ähnlichkeit der gesamten Gitarre zur Originalgitarre ist beabsichtigt bevor hier wieder Plagiatsrufe oder dergleichen kommen. Klebe ja auch nicht irgendwelche Decals drauf. Des Weiteren habe ich mich trotzdem nicht ganz genau an die originale Ausstattung gehalten.

Specs u.a.:

  • Daytona Blue met.
  • Neutrik Jack Locking Buchse
  • Humbucker Toneriders AC2
  • Controls: 2 Volume mit Push Pull zum Splitten der Humbucker, 2 Tone, 3-way switch
  • Chrome Hardware
  • Mechaniken Kluson im Grover Style Round Backs
  • Gesamtgewicht ca. 3,6kg

Passung des Halses in der Halstasche war sehr gut, brauchte nix nacharbeiten. Allgemein kann ich sagen, dass der Bausatz von der Verarbeitung her ganz gut ist. Lediglich die Humbucker Ausfräsungen und die Kabeldurchführungen musste ich anpassen. Die nicht vorgebohrten Löcher für Bridge und Stop Tailpiece kamen mir sehr gelegen. Bohrung von der Jack Buchse mit Proppen zu geleimt und an der Seite für die Neutrik Buchse neu gebohrt. Das Holz vom Body soll Erle sein, kam mir ziemlich weich vor, sei‘s drum. Ja ich weiß, original ist alles bis auf’s Griffbrett Mahagony.

Lackierung war ziemlich aufwendig. Porenfüllen, Basislack auftragen, eine Zwischenschicht Klarlack dann die White Stripes, und wieder 3 Schichten Klarlack. Teilweise alles mit Zwischenschliff und überwiegend fast alles mit Spraydosen lackiert.

Da der Lack nach einigen Tagen trocknen doch ziemlich einbrach und apfelsinig wurde, entschied ich mich als letztes Finish den Body mit 2000er Nassschleifpapier zu schleifen und anschließend auf Hochglanz zu polieren.

Bin zwar nicht so der Fan von Hochglanzklampfen, hat sich nun mal aber so ergeben.

Als nächster Schritt ging die Endmontage dann ganz gut von der Hand.

Zur Elektrik: Original weiß ich nicht ganz genau welchen Style an Schaltung die originale Klampfe verwendet. Schätze aber mal, dass es Modern Style ist. Als zusätzliche originale Features mit unabhängiger Volume Regelung und High pass tone filter für hohe Frequenzen bei jeder Lautstärke sowie PushPulls und Neutrik locking cable jack.

Ich lötete mir so eine Schaltung mit 500er Potis A und Treble Bleeds in den Volume Pots (angenommene Werte 1nF Kondensator mit parallel geschalteten 150K Wiederstand) und unabhängiger Lautstärkeregelung zusammen.

Nach einstellen und stimmen brachte der Soundcheck leider kein so zufriedenstellendes Ergebnis. Bei voll aufgedrehten Potis kam zwar ein Mörder Sound raus doch beim runterregeln der Vol Pots wurde der Klang der PU’s ziemlich muffig. Zudem war der Regelbereich der Lautstärke sehr begrenzt und beschränkte sich nur auf ca. die letzte 1/8 Umdrehung. Auch die Zerre war dementsprechend schlecht zu regulieren.

Also Probieren. Zuerst bei einem PU den Treble Bleed rausgeschmissen und einen 0,22nF Kondensator zwischengelötet. Regelbereich jetzt besser, Sound immer noch muffig.

Bei einem 50s Wiring sollen die mittleren und hohen Frequenzen beim Lautstärke reduzieren besser betont sein. Also auf 50s Wiring und normaler Volume Schaltung umgelötet (verzichtete auf die unabhängige Lautstärkeregelung).

Und Erfolg, Regelverhalten der Vol Pots erheblich verbessert. Der Bridge PU erste Sahne. Der Neck PU nach meinem Empfinden leider immer noch etwas muffig. Hier noch zusätzlich den 0,22nF Kondensator nur auf den Neck Vol Poti zwischengelötet und selbst mein ungeschultes Ohr hat jetzt einen hörbaren Unterschied festgestellt, ähnliche Klangcharakteristik wie beim Bridge PU, Juchu. Werde mir aber vielleicht doch nochmal höherwertigere Potis zulegen.

Das Teil singt jetzt wie ne Kreissäge und hat ordentlich Dampf und Sustain. Auch im Splitbetrieb kann man der Klampfe weitere Töne entlocken. Zudem sieht sie einfach hammergeil aus, mag sie kaum anfassen 😉

Ein Wort zum Hals, anscheinend habe ich echt das Sonntagsmodell bekommen. Habe den zwar noch mal etwas abgerichtet aber so einen geraden und super einzustellenden Hals, mit sauber eingepassten Bunddrähten, der sich auch noch leicht zu bespielen lässt aufgrund einer flach einzustellenden Saitenlage hatte ich aus diesem Preissegment noch nie.

LieferzustandAnpassen des „Shaping“Hochzeit, Einkleben des HalsesErstes Ausrichten, Einpassen und Positionen festlegenDiverse LackierarbeitenDiverse LackierarbeitenDiverse LackierarbeitenDiverse LackierarbeitenNassschleifen mit 2000er PapierPolierenFinishFinishFinishFinishEndmontageElektrik (hier noch die Schaltung der ersten Stunde)EndmontageBehelfssaiten aufgespannt, ausrichten der PU’s.EndmontageEndmontageFertigFertigFertigFertigFertigFertigFertigFertig

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Eine Antwort auf MSG – K-H Simon

  • Wow! Dafür gibt’s die dänische Staatsbürgerschaft. Hab vor Jahren eine ML-SG gebaut, der Korpus ist Linde o.Ä. und ist so weich, daß ich nach Jahren noch mit dem Finger eine Delle reindrücken kann. Egal, geiles Teil, sehr spacig.

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