Sonstiges: Bass Double Neck – Karl Huber

Sonstiges: Bass Double Neck – Karl Huber

Doppelhals-Gitarren sind unpraktisch, sie sind schwer, unhandlich, und vor allen Dingen groß. Ich mag die Instrumente seit meiner Jugend. Damals haben z.B. Jimmy Page (Led Zep, g6+g12), Michael Rutherford (Genesis, g12 + b4), und Geddy Lee (Rush, g6 + b4) solche Monster gespielt.

Auch deshalb habe ich mir einen Doppelhals-Bass gebaut. Der kleine Hals mit den gelben Gummi-Saiten ist von einer Bass-Ukulele, ich hab ihm die Bünde gezogen. Der große Hals ist von einem Short Scale Bass mit nur 19 Bünden, er ist sehr kurz und kompakt. Dazu ist er für einen 4-Saiter-Hals ziemlich breit, was meiner Intention, einen 5-Saiter aufzubauen, entgegen kam. Ich konnte dafür eine günstige Wilkinson 4+1 Bridge ersteigern. Mit der kann man 4- auf 5-Saiter ohne große Modifikation aufrüsten. Genial, aber leider nicht mehr im Handel erhältlich. Die D-Saite wird an der Kopfplatte eingehängt und mit einer Schraube an der Bridge gestimmt. Deshalb gibt es auf der Kopfplatte nur 4 normale Tuner. Die Links-gedrehte Kopfplatte hat den Vorteil, daß die Mechaniken nicht kollidieren.

Die Elektronik der Ukulele ist aktiv, was nicht ganz unproblematisch im Zusammenspiel mit dem passiven Humbucker für den 5-Saiter war. Aber letztendlich funktioniert die Schaltung, ich habe jetzt einen Volume-Regler für den 5 Saiter, und 3 Regler (Vol, Treble und Bass) für die Ukulele. Mir reichts, eine Tonblende oder ein Coil-Split für den Artec Humbucker können nachgerüstet werden. Obwohl es im E-Fach wegen der 9-Volt Batterie recht eng zugeht.

Die Ukulele (Standard Bass E-A-D-G, bundlos) klingt wie ein Kontra-Bass und ist gut für ruhige Passagen, der 5 Saiter ist normal auf B-E-A-D-G gestimmt und hat einen recht fetten Sound, trotz der kurzen Mensur klingt die B-Saite nicht schwammig.

Den Korpus hab ich aus einer dünnen Mahagony Platte gesägt (2cm stärke) , die Hälse sind direkt aufgeschraubt. Das erspart Halstaschen und muss nicht fräsen. Die Konstruktion ist trotzdem stabil, nichts hat sich verzogen. Auch das ist ein Vorteil einer kurzen Mensur, die Saitenspannung ist viel niedriger als bei einem Longscale. Die angeklebte „Armlehne“ und die beiden Hälse sind aus Ahorn. Die Karbonplatte ist foliertes MDF, die Platte für die Elektronik ist ebenfalls aus MDF gesägt und mit Alu überzogen. Das Alu hab ich mit Metallpulver und Oxidationsmittel „geaged“, damit es besser zum abgenutzten Tonabnehmer passt.

Der Bass ist natürlich kopflastig, hängt aber ganz gut am Gurt. Live kann ich ihn leider nicht spielen, meine Metal-Tribute-Band würde mich rauswerfen 😉

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4 Comments

  1. Mit dieser Grazie unter den Bässen hast Du Dir die Eintrittskarte in den Tüftler-Olymp verdient.
    Ein echtes Unikat, wen wundert´s bei Deiner Erfahrung?
    Es steht zwar (noch) kein Karl Huber auf der Kopfplatte, der steckt aber drin.
    Bei den vielen Gitarren und Bässen, die Du bisher hier gezeigt hast, ist m. M. dieses Instrument Dein (vorläufiger) kreativer Höhepunkt.
    Da traut man sich ja gar nicht gegen anzutreten…

    • Danke für die Blumen. Grazie? Na ja, ist eher ein dickes Mädel bzw. ein schwerer Junge geworden. Nein, „Karl“ steht nicht auf der Kopfplatte, aber „Klaiser“. Weil er in Klais bei Mittenwald gebaut wurde. Mittenwald hat übrigens eine lange Geigenbautradition, und es gibt dort eine staatliche Instrumentenbauschule (auf der ich leider nie war)
      https://www.instrumentenbauschule.eu/de/

  2. Danke Jörg,
    ja, der Aufbau ist tatsächlich einfach, eine einfache Stichsäge reicht vollkommen. Ich hab irgendwann angefangen, die Hälse ohne Halstasche direkt auf den Korpus zu schrauben, und dann z.B. die Brücke auf ein „Podest“ zu setzen. In diesem Fall geht das Podest halt quer über den ganzen Bass und dient als Basis für beideBrücken.

  3. Was soll ich sagen , ich find ihn geil. Cooles Design , einfach mal anderst. Sieht auf den ersten Blick vom Aufbau her recht simpel aus , aber dennoch müssen die Komponenten harmonieren. Und da finde ich passt alles. Verrückte Idee , verrückter Bass , tolle Umsetzung . Ich kann nur deine Band nicht verstehen. Da wird sich doch was finden 😉

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