MLT – tveet13

MLT – tveet13

Wütende Blondinen und japanische Philosophie

Bestellt wurde der Bausatz ML-Style II vor längerer Zeit und hat dann auch noch eine Weile auf seine Fertigstellung gewartet bis alle Zusatzteile für den Aufbau verfügbar waren. Obwohl dies mein erster Bausatz war, wollte ich es nicht beim Zusammenbauen belassen, sondern Korpus und Hardware noch modifizieren:

Korpus:

  1. String-through-body Saitenführung
  2. Versenkte Schrauben der Halsbefestigung
  3. Body-shapings: Belly-cut und Armauflage
  4. Lackierung: White Blonde

Hals:

  1. Finish: Leinölfirnis

Hardware und Elektrik:

  1. Pickups: DiMarzio Chopper T (Bridge), DiMarzio Twang King (Neck)
  2. 500kΩ Potis: Humbucker-Split-Mode (push-pull-Volume), Out-of-phase-Mode (push-push-Tone)
  3. Gibson-style 3-Way Toggle Switch

Als blutiger Anfänger bin ich sogleich an der ersten Aufgabe gescheitert. Fehler beim Messen der Mensur und beim (freihändigen!) Bohren der Saitenführung hätten das Projekt beinahe gestoppt.  Die ursprüngliche Idee, Einzelhülsen für die Saiten anzubringen war dadurch nicht mehr umsetzbar. Die Versenkung der Halsschrauben gelang jedoch sehr gut, welche genauso wie Punkt 1. freihändig gebohrt wurden. Die Body-shapings konnten dank maschineller Unterstützung ohne große Mühe gesetzt werden.

Dieser Teilerfolg hat mich bestärkt weiterzumachen und mir für die Saitenführung professionelle Gitarrenbauhilfe zu holen. Das Ergebnis der Ausbesserung ist auf der Rückseite zu sehen: es wurde eine Tasche gefräst, in die Ahornstück geleimt wurde, welches das Rückteil einer Hannes-Brücke von Schaller trägt. Im japanischen Töpferhandwerk gibt es die Technik kintsugi, das Zusammenfügen zerbrochener Tongefäße und Verzieren der Bruchlinien mit Gold. Im Sinne des ästhetischen Prinzips Wabi-Sabi, wird der Makel nicht bloß als solcher betrachtet, sondern trägt zur Wertschätzung des Objekts bei. Ich denke, das kann man hierauf übertragen.

Ob der anfängliche Misserfolg das Gemüt der Gitarre „verstimmt“ hat, kann ich nicht sagen. Sicher ist die Gitarre klingt (mit 09-42 Saitensatz) fein und druckvoll zugleich, melodiös und bei hartem Anschlag richtig „wütend“ – weshalb ich sie Angry Blonde nenne. Am Verstärker könnte sie auch eine LP beiseiteschiebe. Zum einen aufgrund der Tonabnehmer, zum anderen aufgrund des erheblichen Eigengewichts von 4,2 kg.

Habe mich sehr über das gute Holz des Bausatzes gefreut, der mir die Fehler leicht verziehen hat.

Bleibt mich mir noch zu sagen

Tetsudatte kurete arigato gozaimasu, Dreier-Sensei (Armin Dreier Gitarrenbau)

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