MLP – Thorsten Schlueter

Als Gitarrist einer kleinen Berliner Rock-Coverband besitze ich einige Gitarren und ich habe mich dieses Jahr intensiv mit zwei äteren Ibanez-Modellen beschäftigt. Nachdem ich eine 1985er RS1010SL auf Vordermann gebracht hatte, habe ich mich an eine 70er Jahre Les Paul Custom-Kopie gewagt, die ich vor über 25 Jahren gekauft habe. Bei diesem Instrument ging ich einen Schritt weiter und habe unter anderem eine Neubundierung durchgeführt, die meiner Ansicht nach auch ganz gut gelungen ist.

Da ich schon seit längerer Zeit mit einer Les Paul in Burst-Optik geliebäugelt hatte, mir die Originale aber einfach zu teuer sind, bin ich auf die Idee gekommen, auch dort selber tätig zu werden. Für einen kompletten Aufbau fehlt mir (noch) das passende Werkzeug, deshalb fange ich klein an und habe mir einen einfachen Bausatz von ML-Factory bestellt.

So sieht der gelieferte Bausatz aus:

Thorsten Schlueter - MLP_01_Der_Bausatz

Da ich mir ja ein Sunburst-Finish vorgenommen hatte und im Gitarrenbau-Forum alle darauf hingewiesen haben, dass man dies bei einer dünn furnierten Decke am besten lackieren sollte statt zu beizen, habe ich die Decke in transparent-gelbem Nitrolack aus der Dose lackiert und mich danach mit transparent-bernsteinfarbenem Nitrolack an den Burst-Rand gemacht. Schicht für Schicht wurde es immer mehr so, wie ich es mir vorgestellt habe. Hier nach dem Freilegen des Bindings und aufgelegten Zubehörteilen:

Thorsten Schlueter - MLP_20_Zwischenschliff

Das Mahagoni wollte ich auf jeden Fall nicht in dem Original Rot haben, das mag ich überhaupt nicht. Ich habe deshalb das Mahagoni mit dunkelbrauner Holzpaste gefüllt, abgeschliffen und mit einer dünnen Schicht Transparent-Gelb und dann Klarlack versehen:

Thorsten Schlueter - MLP_26_Rueckseite

Zwischenstand nach einigen Schichten Klarlack:

Thorsten Schlueter - MLP_28_Klarlack

Inzwischen war auch das bestellte Perlmuttstück für mein „Gibbons“-Inlay da. Ich habe es auf Sperrholz geklebt und mit der Laubsäge ausgesägt, danach mit einer Fräsung in die Kopfplatte gesetzt:

Thorsten Schlueter - MLP_30_Inlay_Vertiefung

Ich habe nochmal alles plan geschliffen und das Perlmutt mit einer Maskierungsflüssigkeit abgedeckt, dann schwarz lackiert. Für den Sattel habe ich mir einen Knochen-Rohling bestellt, den ich mit aus einer Fühlerlehre selbstgebauten Feilen bearbeitet habe. Das ging sauberer, als ich dachte:

Thorsten Schlueter - MLP_37_Headstock_Detail

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Gitarre klingt toll und lässt sich gut bespielen. Ich habe einige von den mitgelieferten Zubehörteilen ersetzt, so zum Beispiel die Pickups inklusive Rahmen und die Mechaniken, das ist aber natürlich Geschmackssache. Inzwischen habe ich auch einen schönen, gebrauchten Koffer gefunden und werde meine Burst bei unserem nächsten Auftritt spielen. Der Zusammenbau hat mir viel Spaß gemacht und ich habe mal wieder sehr viel dabei gelernt.

Thorsten Schlueter - MLP_38_KomplettansichtThorsten Schlueter - MLP_39_Komplettansicht

 

Hallo ML-Factory-Team,

gerade noch rechtzeitig für die Teilnahme am Wettbewerb habe ich eine Les Paul aus einem eurer Bausätze fertigbekommen.

Grobe Vorlage waren alte Sunburst-Les Pauls, den Zusammenbau habe ich komplett in diesem Forum dokumentiert: http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=21&t=4711

Im Anhang findet ihr ein paar Fotos von der Entstehung und Kommentare dazu.

Herzlichen Dank für den schönen Bausatz, die Gitarre lässt sich wirklich gut bespielen und klingt so, wie ich es mir gewünscht habe. Einziger Kritikpunkt ist die Qualität des dünnen Deckenfurniers. Es hat einige unschöne Ausrisse, damit habe ich mir bei der Lackierung fast die Karten gelegt :-). Da ich viele der Zubehörteile durch Originalteile ersetzt habe, wäre es für mich außerdem gut gewesen, nur die großen Bohrungen für Mechaniken, Bridge und Saitenhalter zu haben. Aber ich verstehe natürlich, dass man bei dem Preis sehr wenig Spielraum hat und unter dem Gesichtspunkt passt es absolut. Die Auswahl an Bausätzen in eurem Angebot finde ich auch sehr gelungen.

Viele Grüße

Thorsten Schlüter

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