Sonstige – David Hübsch

Sonstige – David Hübsch

Nachdem ich einige Erfahrungen mit Bausätzen gemacht hatte sollte die nächste komplett ohne vorgefertigte Bauteilen gebaut werden.
Was mir noch fehlte in meiner Gitarrensammlung war eine 27“Bariton.

Da ich Zugang zu einer CNC hatte wollte ich die Konturen von Body mit Pick-up Fräsung, Hals und Griffbrett/Inlays mit dieser erstellen. Dennoch blieb ordentlich viel Handarbeit übrig.

Zunächst hatte ich die Konturen mit Fusion360 erstellt und vorab mit der CNC diese als Schablone gefräst. Damit konnte ich bereits schauen, ob die Teile zusammen passen bevor ich die eigentlichen Werkstücke in die CNC einspannte.

Der Body bestand aus Fichte (das mach ich nicht nochmal. Ist viel zu leicht. Hatte mich aber für die Optik entschieden). Der Hals aus Pappel (mein ursprünglicher Nussbaum Hals ist in der CNC verrutscht und war dann hinüber. Mein Bandkollege ist Schreiner und hat mir einfach mal Pappel mitgebracht). Das Griffbrett ist Wenge. Die Inlays wurden mit Epoxy gefüllt.

Armauflage, Bauchmulde am Body, sowie alle Bohrungen wurden dann alle mit Hand und viel Schweiß gefeilt und geraspelt. Die Rückseite des Halses wurde ebenfalls mit viel Feilen und Raspeln bearbeitet. Das dauerte unfassbar lange. Da muss ich mir noch was einfallen lassen… Hals Radius wurde mit einem Schleifklotz mit 16“ Radius geschliffen. Auch das dauert unfassbar lange. Wer also denkt mit CNC geht alles ganz fix, der irrt. Selbst wenn ich das alles mit der CNC machen würde, läuft die Maschine über Stunden. An Zeit würde ich kaum etwas gewinnen. Der Vorteil einer CNC liegt vor allem in der exakten Reproduzierbarkeit.

Natürlich ging nicht immer alles glatt. Da hatte ich doch tatsächlich die Mechanikbohrungen angezeichnet, um dann beim Ansetzen des 6. Loches festzustellen: das passt ja nie im Leben! Puh, also zwei Löcher nochmal versetzt und die überflüssigen Löcher wieder zugemacht. Man, verdammt ärgerlich…

Ansonsten beim Body und Hals viel schleifen! Und nochmals Schleifen…

Die Inlays mit Epoxy gefüllt und die Bünde reingehämmert. Das ging so weit ganz gut.

Body wollte ich schwarz Beizen hatte jedoch danach eine Schicht mit Schnellschleifgrund aufgetragen. Das war nicht so geschickt. Die Beize wirkte dann recht blass. Auch will mir das mit dem Lackieren nie so richtig gelingen. Da ist noch einiges an Staub im Lack, matte Stellen etc. Gibt wahrscheinlich einen Grund, warum es LackiererInnen als Ausbildungsberuf gibt.

Als Hardware kam Schaller 3d Bridge in Gold, Kluson Mechaniken in Gold, Dimarzio und ein alter Ibanez Pickup zum Einsatz.
Das Ganze ist auf C runter gestimmt und macht ordentlich Lärm. Hatte zunächst befürchtet, dass der leichte Fichten Body total dünn klingen wird, aber da kommt ordentlich Wumms raus…

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