SG-Style – Gregor Limbach

Hallo meine lieben Freunde des Gitarrenbaus!
In diesem Bericht beschreibe ich die Arbeitsschritte, die mich letztendlich um eine sehr schöne Gitarre bereicherten.

Es fing alles im Frühjahr 2012 an, als ich den Bausatz bestellt habe (Links dazu ganz unten). Den ersten Kontakt mit Gitarrenbausätzen hatte ich allerdings, als ich die Telecaster-Baureihe von Reinhard Nickschas gesehen habe. Damals habe ich einfach beabsichtigt, eine klassische Gibson SG zu bauen.

Ergänzend zum Bausatz habe ich mir ein Bigsby-Style Tremolo von Duesenberg, chromfarbene Potiknöpfe und ein großes Pickguard (ich finde, SGs mit kleinem Pickguard wirken nicht richtig) bestellt. Der Rest der Hardware stammt original aus dem Bausatz. Im Sommer 2012 ging es dann an den ersten Zusammenbau, bei dem mir meine Schwester, die momentan eine Schreinerlehre macht, geholfen hat. Zunächst ging es ans Schleifen. Hierzu haben wir Schleifpapier der Körnungen 60 – 240 verwendet. Anschließend haben wir Korpus und Hals feucht gemacht, dass sich die Holzfasern aufstellen. Danach haben wir noch einmal mit 240er Schleifpapier geschliffen und diesen Vorgang noch zweimal wiederholt. Dann haben wir die Form der Kopfplatte bestimmt. Hierbei haben wir uns von der Kopfplatte meiner Ibanez-Akustikgitarre inspirieren lassen. Als Säge haben wir ganz einfach eine Laubsäge verwendet, da die engen Kurven der Kopfplatte gut zur Geltung kommen sollten. Anschließend ging es an die Farbe, wofür wir rote Wasserbeize verwendet haben. Als Lack haben wir uns für glänzenden Klarlack zum Aufstreichen mit einem Pinsel entschieden. Hierbei muss man jedoch gut aufpassen, dass beim Lackieren keine „Lacknasen“ entstehen. Nach der Oberflächenbehandlung ging es weiter mit dem Verleimen des Halses in den Korpus. Hierbei ein Lob an die ML-Factory: Der Hals passte ohne Nacharbeit perfekt in die sauber gefräste Halstasche hinein. Nach dem Auftragen des Leims haben wir die Gitarre mit Zulagen in eine Schraubzwinge eingespannt.

Der nächste wichtige Schritt war es, die Löcher für die Brücke zu bohren. Hier muss man wirklich aufpassen, dass man nicht schräg bohrt. Bei mir ging zum Glück alles gut. Die restlichen Schraublöcher waren dagegen ein Kinderspiel.

Darauf folgte der wohl einfachste Teil: Das Zusammenschrauben. Hierzu ein kleiner Tipp: Die Löcher für die Mechanikschrauben müssen vorgebohrt werden. Ganz ohne Loch bekommt man die Schräubchen niemals ins Holz; vielmehr fransen die Kreuzschlitze dann sehr gerne aus!

Nach dem Montieren aller Teile folgte die Arbeit an der Elektronik. Hierbei ist es praktisch, dass die Potentiometer, der Schalter und die Buchse bereits fertig verlötet sind. Lediglich die Tonabnehmer musste ich noch an den Volumenpotis anlöten, was bei zweiadrigen Kabeln wirklich keine große Sache ist. Nach diesem Schritt war die Gitarre erst mal fertig. ERST MAL. Hier ein paar Bilder:

Bild (1) Gregor Limbach - SG-StyleBild (2) Gregor Limbach - SG-StyleBild (3) Gregor Limbach - SG-Style

Anfangs war ich sehr glücklich mit der neuen Gitarre. Doch dann kehrte ich zur Realität zurück:

  • Der glänzende Lack auf dem Hals macht ein sehr „klebendes“ Spielgefühl
  • Die Gitarre ließ sich nicht intonieren; die Saitenreiter waren schon ganz am Anschlag.
  • Der Klang war recht bescheiden, was bei 10€-Tonabnehmern aber zu erwarten ist.
  • Die Gitarre hielt nicht ihre Stimmung, besonders beim exzessiven Tremologebrauch.

Im Winter 2013 habe ich sie schließlich auseinander geschraubt, da ich sie aufgrund der aufgelisteten Punkte sowieso kaum spielte. Nun fing ich an, zu googeln und startete ein paar Threads im Musikerboard, um herauszufinden, was ich an der Gitarre verändern kann, um sie zu verbessern. Der erste Schritt galt allerdings der Oberflächenbehandlung. Ich schliff den glänzenden Lack komplett ab, sodass an ein paar Stellen – besonders an den Rändern – die rote Beize mit abgeschliffen wurde, um einen dezenten Vintage-Look zu erhalten. Die feinste Körnung, die ich hierbei verwendet habe, war die eines Bogens 2000er Schleifpapier. Danach war die Gitarre schön matt, allerdings war das Holz nicht versiegelt. Deshalb kaufte ich mir eine Dose matten Klarlack zum Sprühen und lackierte damit sowohl das Holz, als auch die Plastikteile (Schlagbrett, Halsstababdeckung, Schalterknopf, etc.). Auf der Gitarre sind nun mindestens 10 Schichten Klarlack; zwischen den ersten paar Schichten habe ich nochmal nachgeschliffen. Nach der letzten Schicht musste ich die Oberfläche noch ein wenig mit einem weichem Lappen polieren, da der Lack sonst zu rau ist. Jetzt fühlt sich die komplette Gitarre richtig edel und hochwertig an. Optisch macht sie nun auch einiges mehr her. Genau das habe ich mir auch anfangs vorgestellt.

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Damit war der größte Schritt bereits getan und ich ging an die Hardware. Die größten Veränderungen hierbei sind die neuen Tonabnehmer (Tonerider ACII (Neck) und ACIV (Bridge))und die neue Schaltung, bei der ich nur 2 statt vorher 4 Potis verwende. Die anderen beiden sind nicht angeschlossen und dienen nur der Optik. Welche Teile ich verwendet habe, habe ich ganz unten aufgelistet. Insbesondere die Rollerbridge, die sehr enge Klinkenbuchse und die speziellen Gurtpins machen ihre Arbeit mehr als gut.

Nun werde ich die Schaltung erklären: Die beiden Humbucker lassen sich mit dem als Lautstärkepoti verwendeten Push/Pull-Poti splitten. Beim Stegpickup wird die innere (verdeckte) und beim Halspickup die äußere (offene) Spule als Single Coil benutzt. Beim Tonpoti verwende ich einen 0,047 μF Ölpapierkondensator aus alten, russischen Armeebeständen. Beim Lautstärkepoti habe ich auch noch einen 220pF Kondensator und einen 100kΩ Widerstand eingebaut, um den Höhenverlust beim Zurückdrehen zu eliminieren. Beim Löten muss man jedoch aufpassen, da der Farbcode der Humbuckerkabel bei jedem Hersteller anders ist.

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Jetzt bin ich mit der Gitarre wunschlos glücklich. Das einzige, was ich noch verbessern werde, sind die Mechaniken. Wenn ich das nötige Kleingeld habe, werde ich mir Locking-Mechaniken von Schaller besorgen.

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Und zu guter Letzt zwei herzliche Dankeschöns: Eines an Matthias List, der mit seinem Shop und den Bausätzen schon vielen Musikern einen großen Gefallen getan hat, und eines an Reinhard Nickschas, ohne den ich nie damit angefangen hätte, mir meine Gitarren selbst zu bauen. Ich wünsche ihm alles Gute!

http://www.gitarre-bestellen.de/products/Gitarren-Bausaetze/E-Gitarren-Bausatz-Guitar-DIY-Kit-MSG.html
http://www.gitarre-bestellen.de/products/Hardware-Elektrik/Bruecken-Saitenhalter/Wilkinson-LP-Style-Roller-Bridge-Bruecke-chrom-I.html
http://www.ebay.de/itm/Push-pull-Poti-Potentiometer-500-Kohm-Log-kurz-Strat-/380457574577?pt=Allgemeines_Musikinstrumente_Zubeh%C3%B6r&hash=item589509e0b1
http://www.thomann.de/de/schaller_button_tulip_chrome_2.htm
http://www.thomann.de/de/dean_markley_2504a.htm
http://www.thomann.de/de/goeldo_kondensator_220pf.htm
http://www.thomann.de/de/goeldo_e500m.htm
http://www.rockinger.com/index.php?cat=WG051&product=04175%2F04176%2F04185%2F04186
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http://www.rockinger.com/index.php?cat=WG124&product=07020%2F07025
http://www.rockinger.com/index.php?cat=WG073&product=3639C%2F3639A%2F3639G&sid3=0ec15684a23fe875dd66264f58db7010
http://www.thomann.de/de/goeldo_dome_speed_knobs_chrome.htm
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http://www.tonerider.com/en/pages/product/13
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http://best-decals.com/index.php?main_page=index&cPath=30&zenid=af65e32acf0b0f5f65ebb71f127b170c
http://www.seymourduncan.com/support/wiring-diagrams/schematics.php?schematic=2h_1v_1t_3w_1pp
http://www.seymourduncan.com/support/wiring-diagrams/schematics.php?schematic=treble_bleed

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