MLP Junior DC – Jan Schöne

Liebes ML-Factory-Team,

mit meinem letzten Projekt hatte ich sehr viel Spaß und möchte diesen hiermit teilen.
Über eine Veröffentlich/Teilnahme am Wettbewerb würde ich mich freuen 🙂

Liebe Grüße
Jan

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Nach einigen einfachen Bausätzen mit Schraubhals und komplett vorgebohrten Löchern wollte ich einen Schritt weiter gehen und es sollte eine LP Jr. Mit eingeleimtem Hals und ohne Bridge-Löcher werden.

Da mir die Gitarre mit wrap-around-bridge zu nackt aussieht, habe ich mir für eine string-through-Lösung entschieden. Dies bringt einerseits mehr Sustain und durch den recht großen Abstand von der Brücke zum Body habe ich einen ähnlichen Effekt wie bei Gitarren mit Trapez-Tailpiece – die Gitarre klingt sehr offen und die Saiten lassen sich trotz ihrer Stärke (0.11 – 0.52) gut ziehen.

Von vorneherein stand außerdem fest, dass ich im Prinzip nur das Holz, also Korpus und Hals, aus dem Bausatz nutzen werde und die komplette Hardware und Elektronik selbst zusammenstellen würde. Im Einzelnen sind dies:
• Gotoh Tune-o-Matic Bridge (mit 4mm Löchern)
• Emmerson Potis (500k, log), TAD Capacitor 22nF, 50’s wiring
• Kluson Double-Line Kidney Tuner
• Toirtoiseshell Pickguard (einlagig)
• Creamery Custom P90, vintage wound mit Alnico 3 Magneten
• Tele-Buchsenblech, eingelassen in den Body
• Knochensattel-Rohling
• Div. Kleinkram wie Saitenführungshülsen, Trussrod-Cover etc.

Die Gitarre sollte klassisch cherry-red werden und ein Natur-Finish bekommen. Beides habe ich bei Crimson Guitars bezogen – cherry-red Beize und Guitar finisching Oil. Dazu ein klassisches Schlagbrett aus Schilpatt-Imitat, was einlagig gar nicht so einfach zu bekommen ist.

Zunächst ging es daran, den Body vorzubereiten. Position der Brücke bestimmen und von dort aus die Position der String-through-Löcher. Ich wollte versuchen, dass die Seiten so flach verlaufen, dass sie nicht auf der Brücke aufliegen und abgeknickt werden. Das ist mir gelungen und dadurch schwingen sie extrem frei (und klingen hinter der Brücke wie ein Eierschneider ;-)).

Danach habe ich die Bünde abgerichtet. Leider ist mir dabei aufgefallen, dass zwei Bundstäbchen nicht fest saßen. Ich habe versucht, sie mit Sekundenkleber zu befestigen, aber das hat leider nicht geholfen. Aus dem Grund habe ich die Gitarre letztendlich komplett neu bundiert (mit medium Jumbo-Bünden). Es war meine erste Neubundierung, aber genau dafür sind Bausätze da – um etwas zu lernen ? Und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nach dem Einleinmen des Halses, was sehr unspektakulär verlief, habe ich die Gitarre geschliffen. Angefangen mit 240er bis hoch zu 800er. Zwischendurch habe ich sie immer wieder gewässert, um ein schön weiches Finish zu bekommen. Danach habe ich sie gebeizt und die Kopfplatte mit Acrylfarbe schwarz angemalt und beigeschliffen. So ist es mir gelungen, eine schwarze, dichte Oberfläche hinzubekommen, die aber dennoch ein wenig die Poren zeigt.

Daraufhin habe ich insgesamt 6 Schichten des finishing Öls aufgetragen und mit festem Küchenpapier einpoliert. Nach der letzten Schicht habe ich die Gitarre noch gewachst und weiter mit festem Küchenpapier aufpoliert. So ist der matte Glanz entstanden. Mit Porenfüller habe ich nicht gearbeitet, da ich gerne die Struktur des Holzes spüre.

Die Montage der Hardware verlief ohne Probleme. Die Poti-Löcher mussten etwas aufgebohrt werden und die Öffnung für die Buchse etwas gesäubert werden, damit die Tele-Style-Buchse hineinpasst und bündig abschließt. Ich finde diese Buchsen wesentlich ästhetischer als die Standard Jack-Plates zum Aufschrauben.

Der P90 klingt dank seiner recht wenigen Wicklungen und den Alnico 3 Magneten sehr weich. Ich wollte, wenn ich schon eine Gitarre mit nur einem Pickup baue, die volle Bandbreite haben. Mit heruntergedrehtem Volume und Tone geht der Sound schon fast Richtung Hals-Pickup. Dennoch kann er, voll aufgedreht, auch ordentlich zupacken.

Durch dieses Projekt habe ich wieder viel dazu gelernt und mein Plan ist es, die Bausätze allmählich zu verlassen und ein Projekt komplett vom rohen Stück Holz aus zu planen und umzusetzen.

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Bewertung 4.5 Sterne aus 19 Meinungen

2 Antworten auf MLP Junior DC – Jan Schöne

  • Wow! Gefällt mir sehr gut. Ich wusste gar nicht, dass es die LP Junior auch als String-Thru gibt. Sehr schön.

    • Danke – jetzt gibt es sie auch mit Stringthrough 🙂 Ich fand Wraparound/Stoptail schon immer irgendwie langweilig und mag die Offenheit, die die Saitenlänge zwischen Brücke und Body bringt. Und da die Löcher für die Brücke bei diesem Bausatz nicht vorgebohrt waren, war er perfekt für dieses Vorhaben.

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