Flying V Style – Thomas Hahn

Hallo zusammen,
ich bin zwar etwas spät dran, möchte aber trotzdem noch am Contest 2013 teilnehmen.

Die Idee zu einem Eigenbau kam mir in der S-Bahn auf der Heimfahrt von der diesjährigen Musikmesse. Ich war enttäuscht über die Lieblosigkeit und zum Teil auch Qualität vor allem der Markeninstrumente in den für Ottonormalbürger erschwinglichen Preislagen.
Da sich mein Geschmack und meine Vorlieben hauptsächlich in den 1980ern ausgeprägt haben, muss eine Gitarre für mich nicht nur fett klingen, sondern auch fett ausgestattet sein. Dies beinhaltet neben einer dezent auffälligen Lackierung in jedem Fall ein – am besten freischwebendes – Tremolosystem mit reichlich Aktionsradius.

Auf ML-Factory bin ich am SPEAR-Stand auf der Messe aufmerksam geworden, wusste da allerdings noch nicht, dass man hier auch Bauteile bzw. ganze Bausätze bekommt. Die Auswahl hat mein Vorhaben weiter motiviert.
Ich wollte mir eigentlich eine Super-Strat im Stil der 1980er Jahre bauen. Herausgekommen ist eine V im RR-Style; wohl hauptsächlich deshalb, weil ich den Hals bzw. dessen Kopfplattenshaping unglaublich geil fand und zu dessen Mensur entweder ein Explorer oder aber der V- Korpus gepasst hätte. Geplant und konzipiert im Mai, erfolgte der Bau ab Juni diesen Jahres; eine Kleinigkeit fehlt noch.

Den Rest möchte kurz in Stichpunkten zusammenfassen:

Bau:

  • Endschliff Holzoberfläche(n) mit 320er Schleifpapier
  • „Tieferlegen“ des E-Faches mit dem Dremel
  • Dübeln der Saitenreiter-Bohrungen und Nachbohren für den Bolzenabstand des Tremolos
  • Lackieren mit Acryl-Lack: 1 Lage Sperrgrund, 3 hauchdünne Lagen „Funky Pink“, 2 Lagen Klarlack; alles übrigens gerollt, nicht gesprüht. Tipp: Wer Übung beim Streichen/Lackieren hat, kann den Lack ohne Nasen etc. aufbringen und erspart sich so die Zwischenschliffe. Es hat bei mir sogar keinem Endschliff bedurft.
    Hals: geölt, Kopfplatte lackiert; „Stoßstange in Wagenfarbe“ quasi
  • Design und Zuschnitt des Schlagbretts (hatte insgesamt 3 Varianten; jeweils mit der Laubsäge aus jeweils einem Rechteckstück herausgeschnitten)

Features:

  • Mechaniken: Kluson Locking-Tuners, chrom (wie der Rest der Hardware)
  • Sattel: Knochen
  • Schlagbrett: weiß, 3-lagig. Schlagbrett deshalb, weil ich nur einen Tonabnehmer brauche und die Fräsung für den vorderen Humbucker abdecken wollte (deshalb auch E-Fach tiefer ausgefräst, damit die Potis entsprechend überstehen können)
  • Tonabnehmer: DiMarzio DP 100, weiß
  • Potis: vorne Volume als Push/Pull (schaltet die Spulen wahlweise parallel oder hintereinander), hinten Killswitch
  • Tremolo: Schaller LP (wird üblicherweise zum Einbau bei Les Pauls verwendet), äußerst empfehlenswert und überraschend stimmstabil

Auch wenn schlussendlich in der Optik sogar ein leichtes 50’s- Flair durchkommt und der ein oder andere Kollege so manches kleine Detail (vielleicht sogar zu recht) bemängeln wird, bin ICH – und nur das zählt – mit dem Endergebnis mehr als zufrieden. Vor allem, weil es mein erster Eigenbau ist und ich alle Arbeiten (bis auf die Elektronik, da habe ich mir vom Fachmann helfen lassen – Dank an dieser Stelle an Jürgen von KKSL Beschallungstechnik GG) in meiner Waschküche auf einem klapprigen 80×60 cm² Campingklapptisch ausgeführt habe.
Das Teil sieht FETT aus (das ist natürlich subjektiv und liegt im Auge des Betrachters), klingt noch FETTER (das in der Tat) und hängt trotz des super leichten Korpus traumhaft ausbalanciert am – optisch passenden (ja ja, subjektiv) – Gurt.

Vielen Dank ML-Factory für den tollen Service und die prompten Lieferungen!

Gruß,
Thomas Hahn

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2 Antworten auf Flying V Style – Thomas Hahn

  • Hy Thomas! Aus einer RR Style eine Concorde (war mal ein Prototyp in de 80 Jahren) zu machen is ne echt coole Idee , und dann noch die JBO Lackierung is echt eine top mischung

    • Hallo Timo, „Concorde“ sagt mir jetzt zwar nix und an JBO hab ich beim Aussuchen der Lackfarbe ganz und gar nicht (lediglich an die guten, alten 80er + Hair Metal) gedacht, aber trotzdem vielen Dank für das Lob.

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