Style II – Hans Lindenmüller

E-Gitarre (Bausatz Style II) mit Silver-Sparkle Finish und Häussel – Humbucker in Neck-Position

von Hans Lindenmüller 2017

Glitzer ist Funky, und erfreut auf einer Elektrogitarre die Mädels und Jungs gleichermaßen. Ich hatte beteits etwas Erfahrung mit einem Stratocaster-Bau gesammelt, und wollte nun auch die Vision einer Style II wahr werden lassen. Die Herausforderung war hier vor allem die Lackierung, die zum einen aus 1mm Metal-Flakes und zum anderen aus transparentem 2K-Hochglanzlack in mehreren Schichten besteht.

„Silver-Flakes“ aus USA und Erlenbody „Style 2“ von ML-Factory

„Silver-Flakes“ aus USA und Erlenbody „Style 2“ von ML-Factory

Da Lack im Wohnzimmer eigentlich nichts zu suchen hat, bereitete ich in einer alten Scheune eine Ecke mit Folie vor. Eine Lacksprühpistole und ein Kompressor sind hilfreich, um den 2K-Lack von Mipa optimal zu verteilen. Wichtig ist, einen hochfesten und schnelltrocknenden Transparentlack zu haben, da man viele Schichten Flakes und Lack im Wechsel aufträgt.

Arbeitsplatz für Lackierung

Arbeitsplatz für Lackierung

Als Body schien Erlenholz für einen glockigen Twang geeignet. Was man sonst noch so braucht shoppte ich hier und da, z.B. auch eine Wilkinson „Vintage Bridge“ von ML-Factory. Für den Hals wählte ich ebenfalls helles, hartes Holz, ein klassisches Maple Neck. Um Platz für den Humbucker (nicht im Bild) zu schaffen, war etwas Schnitzarbeit unter der Halstasche nötig. Den Neck-Pickup sah ich in einem Münchner Shop auf einer Custom-Bariton-Gitarre und fand dies optisch und akustisch ziemlich cool. Harry Häussel fertigte mein Exemplar.

Nun konnte es also mit der Lackarbeit losgehen. Als Grundierung dient Universalgrund und eine Schicht Silber aus der Sprühdose.

Rohzustand vor der Grundierung des Bodys

Rohzustand vor der Grundierung des Bodys

Grundierter Body

Grundierter Body. Hier sieht man auch die Erweiterung für den Neck-Humbucker.

Nach einem ersten Sprühgang mit Klarlack streut man die erste Lage Flakes auf die klebrige Oberfläche. Nach etwa 15 min. kommt die nächste Lackschicht plus Flakes usw… Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele Schichten es waren, denn die Glitter-Flakes müssen vollkommen im Lack „ertränkt“ werden. Hochstehende Partikel sollte man mit Handschuhen vorsichtig andrücken, um eine gleichmäßig glatte Oberfläche zu erhalten. Für die komplette Lackierung darf man ein paar Tage veranschlagen.

Auftragen der Flakes und des Lackes abwechselnd in Schichten.

Auftragen der Flakes und des Lackes abwechselnd in Schichten.

Nach einer Woche Trockenzeit war die Lackschicht hart genug für Schliff und Politur. Man beginnt mit 240iger Nassschliff und arbeitet sich immer weiter vor zur feineren Körnung. Ich hatte ein Micromesh Schleifset mit der feinsten Körnung von 10000 zur Verfügung. Die anschließende Politur mit Lammfell und geringer Umdrehungszahl sorgte für einen schweinefetten Hochglanz zum Schluss.

Vor dem Schleifen und Polieren muss genügend Trockenzeit für den Lack eingeplant werden.

Vor dem Schleifen und Polieren muss genügend Trockenzeit für den Lack eingeplant werden.

Für einen speziellen Effekt streut man auch etwas „Holographic Glitter“ für Regenbogenreflexe in die Lackschichten ein.

Die Saitendurchführung durch den Body geschieht mit (einigermaßen) sauber gesetzten Hülsen. Hier hilft ein „Aufsatzbohrständer“, den man präzise positionieren kann.

„Holographic Glitter“

„Holographic Glitter“

There We Go. Die fertige Gitarre klang nach etwas Fine-Tuning erstaunlich transparent – sparklig eben.

Der Häussel Double-Single Humbucker kann mit einem Push-Push Volume-Switch gesplittet werden, je nachdem, ob du Funky Single-Notes oder einen Warmen Wind im Solo wünschst.

Fertig ist die Sparkle-Broadcaster

Fertig ist die Sparkle-Broadcaster

Beim Gig bevorzuge ich einen 1974 Fender 4×10“ Super Reverb Amp

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Eine Antwort auf Style II – Hans Lindenmüller

  • Ja, das Sparklefinish gut hinzubekommen ist schwierig und kostet viel Zeit und Geduld. Das hast Du hier aber spitzenmäßig geschafft. Daumen hoch und 5 Sterne! Einfach Klasse!

    Viele Grüße

    Micha

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