Style II – Andreas Weigel

Basis meines Projektes waren ein Lindenkorpus Style II und ein Paddle Neck aus Ahorn mit Palisander – Griffbrett, welche ich bereits 2013 bei ML Factory erworben hatte.

Zielstellung:

Es sollte eine Gitarre entstehen, die sehr gut bespielbar ist, auf den ersten Blick als Tele – Style Gitarre zu erkennen ist, dennoch  aber Alleinstellungsmerkmale aufweist, sowie eine hochwertige technische Ausstattung in punkto Hardware und Elektrik hat.

Umsetzung:

1. Kopfplatte:

Zuerst erhielt die Kopfplatte des Halses eine eigene Form (s. Foto). Da ich glatte und schnell bespielbare Hälse mag, wurde der Hals mit Schaftöl der Fa. Scherell bearbeitet. Für mich das beste Produkt was diesbezüglich auf dem Markt ist. In 4 Etappen wurde der Hals geölt und wochenlang zum Trocknen, Einziehen und Verschließen der Poren gelagert. Danach wurde der Hals mit einem Leinentuch mehrfach poliert. Das Ergebnis ist ein seidenmatter Glanz und ein schöner glatter Hals mit klar herausgearbeiteter natürlicher Strukturierung / Maserung des Ahornholzes.

Die Namensgebung fiel auf Impala, resultierend aus der schwarz weißen Farbgebung des Korpus, damit lag die Bezeichnung Schwarzfußantilope (Impala) nahe.

Die Machine Heads sind von der Fa. Gotoh aus der SG 381 – Serie (16:1). Dabei habe ich die Staggered Shaft -Version verwendet (unterschiedliche Längen), so daß keine Saitenniederhalter notwendig sind.

2. Body / Korpus:

Zur Vorbereitung des Korpus mußten folgende Vorarbeiten  erfolgen:

  1. Verschließen diverser vorhandener Vorbohrungen (Pickguard; Brückenbefestigung)
  2. Vertiefung des Control Plate Faches zur Verwendung eines Oak Grigsby 4-Wege – Schalters
  3. Ausfräßen des Elektrofaches um Einbau der Kontrollplatte deckeneben zu gewährleisten
  4. Vorbohrungen Befestigung und Saitendurchführung für die string through Gotoh Modern Player Bridge
  5. Bohrungen für string through Body – Hülsen auf der Rückseite

Als Farbgebung habe ich eine klare Strukturierung  in der Kontrastversion SCHWARZ-WEISS gewählt.

Die Rückseite ist in Schwarz gehalten und geht über abwechselnde Streifen in Schwarz –Weiß in eine komplett weiße Frontansicht über. Als Bridge wurde eine verchromte Gotoh Messing Bridge gewählt mit schwarzen Saitenraitern, Material ebenfalls Messing.  Das Control Plate is verchromt mit schwarzen Knöpfen und dem Lone Star on the top. Den Neck – Pickup mit Altsilberkappe ist eingebettet in einem höheneinstellbaren schwarzen Metallrahmen. So kommt immer wieder die Farbgebung Schwarz-Weiß-Silber zum Tragen und ergibt ein gesamteinheitliches Erscheinungsbild. Als Gurt wurde ebenfalls ein schwarz-weißer Ledergurt gewählt.

Als Gurtpins habe ich die Sicherheitspins von Loxx gewählt, aus meiner Sicht ein erstklassiges Produkt, welches ich bei all meinen Gitarren verwende.

Lackierung Rückseite und streifenförmiger Übergang (noch ohne Hülsen für string through)

 

3. Pickups / Elektrik:

Meine Style II –  Impala ist ausgestattet mit einem Pickup-Set der Fa. Leosounds aus Deutschland  Dabei handelt es sich um das Mud Cat set (scatterwound) mit folgenden Eckdaten:

  • Alnico-V Stabmagnete, unbearbeitet nicht gestaggert, Süd oben bei Bridge, Nord oben bei Neck
  • Clockwise Wound Neck und Reverse Wound bei Bridge, ergibt in der Zwischenposition einen Humbucking Effekt.
  • 9,3 kOhm* DC-Widerstand Bridge-PU, L=5,2H*
  • 8,2 kOhm* DC-Widerstand Neck-PU“, L=3,2H*
  • mit original AWG42 Medium-build bzw. AWG43 (Neck) Drahtstärke gewickelt

Der „MudCat“ Pickup-Satz ist auf höheren Output spezialisiert ohne dabei aber zu mittenlastig zu werden. Der“ Höhenbiß“ an der Bridge ist so wie man es sich wünscht – richtig schön „drahtig“.
Der Hals-Pickup bleibt in allen Lebenslagen recht klar und definiert, eignet sich sehr gut für cremige Blues-Soli.
Insgesamt ein sehr dynamisches Allround Tele-Set mit dem zusätzlichen Kick an Zusatzoutput.

Für die Verdrahtung habe ich das Prinzip einer 4-Wege Schaltung gewählt, d.h., in der 4. Variante werden beide PU’s in Reihe geschaltet, was speziell bei Soli noch einmal einen etwas „fetteren“ Sound ergibt. Da ich in Vancouver / Canada lebe habe ich mir ein Teileset dafür von Mojotone aus den USA bestellt und die einzelnen Komponenten / Teile selbst verdrahtet. (Preis Teilset ca. USD 32,–). Wer sich diese Arbeit ersparen möchte kann diese Version auch vorverdrahtet in Deutschland bei Rockinger kaufen. (kostet allerdings € 75,–  !!!)

Das Teile – Set besteht aus 22 AWG Vintage Push-Back Wire, 2 CTS 250k Split Shaft Potis, Oak Grigsby 4-Way Switch, Switchcraft-Buchse (vorverdrahtet), 47nF NOS (New Old Stock) Paper in Oil Capacitor sowie einer Widerstand/Kondensator Parallelschaltung am Volumenpoti zwecks Erhaltung der Höhen beim runterdrehen der Lautstärke. Für mich ist diese Verdrahtung eine erstklassige Variante und erhöht die Variabilität der Gitarre.

4. Verbindung Korpus – Gitarrenhals:

Hier habe ich bewußt einen veränderten Weg beschritten. Da die Halstasche am Korpus so präzise gearbeitet war das eine richtig festes Einpassen des Halses möglich war, wollte ich gern ein noch besseres  Sustain „herauskitzeln“ und eine weitere Erhöhung der Obertöne erzeugen. Dabei hatte ich die Idee eine für die Tele traditionelle Bolt-On Halsverschraubung mit einer Bolt-In Verschraubung zu kombinieren. Ich habe also unter der Halsplatte nicht sichtbar noch 2 Bolt-In Verschraubungen angebracht (Einschraubhülse im Hals / Schraube im Korpus), d.h., sie wurden so eingelassen und fest verschraubt, daß ich problemlos die traditionelle Bolt-On – Verschraubung mit der Halsplatte darüber setzen konnte. Heraus gekommen ist eine 6-Fach Verschraubung zwischen Body und Gitarrenhals, die tatsächlich mehr Obertöne erzeugt, ebenso mehr Sustain und zudem eine „bombenfeste“ Verbindung ist und einen tollen Übergang zwischen Body und Hals darstellt.

Ich kann diese Variante nur empfehlen.

5. Sonstiges:

Neben den o.g. Dingen gibt es natürlich noch ein paar Kleinigkeiten die die Gitarre zusätzlich „aufhübschen“:

  • Eigenbau Potiknöpfe aus Aluminium, schwarz eloxiert, Schriftzug Volume bzw. Tone jeweils seitlich sichtbar eingraviert, Lone Star on the top.

Ich habe mit dieser Variante „meine Tele“ gefunden. D.h. nicht, daß sie anderen auch so gefällt.

Ich freue mich auf eure Bewertungen.

Matthias Weigel

Vancouver / Canada, 26.07.2019

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