Sonstige – Hubertus Ametsbichler

Sonstige – Hubertus Ametsbichler

… und wenn ich kein „Like“ bekomme, und wenn ich keinen Kommentar bekomme, und wenn auch kein Bauteil von „ML“ dabei ist, ich habe mir meinen Traum erfüllt und muss ihn Euch zeigen. Mein Großvater hat 1920 das Fotogeschäft „Foto Ecker“ in Grafing gegründet. Meine Eltern haben 1967 das Haus umgebaut um die Geschäftsfläche zu vergrößern. Ich habe das Geschäft 1978 übernommen. Beim Umbau 1967 wurden aus gekalkter Sumpfeiche Regale für die Ware eingebaut. Als wir 2018 das Geschäft für immer schlossen, ich war 69 Jahre alt, die Regale wurden in der Schreinerei meines Freundes Franz Bauer eingelagert. In mir reifte der Entschluss, aus diesem Holz, auch wenn es nicht das übliche Klangholz für Gitarren ist, ein Einzelstück zu bauen. Von Gibson lud ich mir den Bauplan einer „Explorer“ herunter. Ich bestellte mir im Ebay einen „Explorer“ Hals, der aber Fender Mensur hatte. Also änderte ich den Plan zeichnerisch, um die Mensur mit dem Hals abzustimmen.

Mein Freund Franz Bauer sägte und fräste mir aus meinen Eichenbrettern den „Explorer“ Body und passte Millimeter genau den Hals ein, der geschraubt wurde. Erst bestückte ich die Gitarre mit einfachen Humbuckern (doch! die stammen von ML aus anderen Bausätzen), um grobe Einstellungen vorzunehmen, bis das Teil bundrein und die Saitenlage perfekt war.

Dann bekam sie DiMarzio DP193 BC Norton Zebra am Hals und an der Bridge. Ein Push-Pull Poti (mit Treble Bleed) ermöglicht das Coil-Splitting. Der Tone Regler ist ein selbst gelöteter Varitone mit 8 Stellungen, also 7 verschieden wirkenden Kondensatoren. Also habe ich sechs verschiedene Sound-Einstellungen in unterschiedlichen Tonfärbungen.

Die PUs bekamen einen Rahmen aus Rosewood, was wunderbar zum Holz passt. Das, was nun aus den Verstärkern (Laney VC 50 und Engl Squeeze 30) kam haute mich vom Hocker. Ich hatte nicht viel erwartet vom Eichenholz, aber so klasse Sounds von clean bis zum High Gain Metal Sound überraschte mich umwerfend.

Vom sanften Jazz-Sound bis zu klar jeden Ton definierenden Metal-Brett kann meine Explorer alles. Klar, dass ich das eine oder andere anders machen würde, wenn ich eine zweite Gitarre bauen würde. Aber für ein Erstlingsstück, wow, ich bin selber überrascht.

Freunde, ich wäre glücklich, wenn Ihr Euch einfach mit mir freuen könntet.

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Bewertung 4.4 Sterne aus 16 Meinungen

4 Comments

  1. Wieder ein echter Hubsi!
    Du bist über die Jahre zur Institution beim GC geworden.
    Eiche als Tonholz- warum auch nicht?
    Lässt sich halt nicht so leicht wie Mahagoni bearbeiten und wiegt auch entsprechend.
    Die Explorer ist ja an sich schon ein Schwergewicht- wie dick hast Du den Korpus gemacht?
    Ach ja, und eine Frage kann ich mir nicht verkneifen:
    Wie Du schreibst, müsstest Du die 70 schon überschritten haben.
    Dann verrate mir mal, wie Du schaffst, so jung wie Dein Sohn auszusehen.
    Ansonsten: 5 Sterne und: Mach weiter so!

    • Danke, Uwe! 5 Kg sind schon ein stattliches Gewicht. Die Regalbretter waren 4 cm dick und wir haben sie so belassen, wie sie waren. Man sieht auch noch die Gebrauchsspuren von 53 Jahren. Der junge Mann auf dem Bild ist mein Freund Bauer Franz, der im Alter meines Sohnes ist. Den habe ich fotografiert, als ich die Gitarre in seiner Werkstatt geholt habe. Hat ihm selbst Spaß gemacht.
      Danke Für die Sterne!

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