PR Style – Uwe Faulborn

Tribute to my Buntnesseln

Farbe: Guerilla-L.S.D.

  • Den entsprechenden PR-Bausatz habe ich völlig legal bei ML-Factory bekommen.
  • Allerdings handelt es sich nicht um eine Betäubungsmittel-Gitarre.
  • L.S.D. heißt bei mir natürlichLila-Smaragd-Dekor“, – ein Schelm, wer andres denkt.

  • Schleifpapier hab ich bei dem dünnen Furnier nicht nehmen wollen.
  • Diese Gitarre hat nur allerfeinste Stahlwolle gesehen.

 

  • Hier ein erster Färbeversuch.
  • Ich hab immer nur die hellen Segmente min Neon-Grün-Textmarker eingefärbt.
  • Die dunklen Segmente bekamen Neon-Lila-Textmarker.
  • Bei den Zargen hab ich mich der Illusion eines massiven Riegelahorn-Korpusses hingegeben:
  • Eine versucht unauffällig aufgemalte Verbindung zwischen echter Ahorn-Decke und echtem Ahorn-Boden.
  • Und dann immer abwarten mit dem Überschuss abschleifen und nachmalen, sonst verschwimmt alles.
  • Bis ich meine Vorstellung erfüllt fand, vergingen einige Wochen.
  • Es fühlte sich an wie Ergo-Therapie: Aufmalen-Wegwischen-wieder Aufmalen- wieder Wegwischen u.s.w.

  • Dann musste ich auch noch an meinen müden Rücken denken.
  • Also Gewicht reduzieren.
  • Natürlich nicht bei mir, sondern bei meiner Gitarre.
  • Der einfachste Weg: Lochfraß.

  • Nun war der Weg frei für eine neue Rückwand.
  • Mein Gedanke war: Decke mit Riegel-Ahorn- warum dann nicht auch den Boden aus Riegel-Ahorn?
  • In meinem Fundus lagerte noch eine tödlich verunglückte Hoyer-Konzertgitarre, Baujahr 1941.
  • Sie spendete den Riegelahorn-Boden.

  • Aufleimer ohne Quetsch-Verletzungen an der gegenüber liegenden dünnen Furnier-Decke hinzukriegen ist schwierig.
  • Deshalb hab  ich mal lieber ein paar Klemmen mehr genommen.

Erste Anprobe:

Rückansicht mit geöffneter Herzklappe:

  • Nix mehr mit Schrauben, it´s a Magnet-Schnäbberle.
  • Jetzt ist Saitenwechsel kein Problem mehr, erprobt bis 2,5 Promille.

Die Sache mit dem Schlitz:

  • Hier sind das normale Tonabnehmer-Signal an der Klinkenbuchse und im Eck das mega-empfindliche 13-Pol-Digitalkabel untergebracht.
  • Und zwar bühnentauglich.
  • Ich bin seit vielen Jahren bekennend Roland-süchtig und habe keine Lust mehr zum Boxen schleppen.
  • Lösung: GK-Modelling.
  • Und für unterschiedliche Tunings brauche ich einen Hex-Pickup, der jede Saite einzeln abnimmt.
  • Für den kleinen Überraschungs-Auftritt reicht mir nun diese Gitarre, ein Köfferchen mit dem Roland GR-55 und zwei Aktiv-Brüllwürfel.
  • Passt schon fast auf´s Mofa, und der Sound ist wie bei den Großen.

  • Auf dem Markt gibt es kaum Gitarren, die eine passable Anschlusslösung für die empfindlichen und teuren 13-Pol-Kabel bieten.
  • Mit der Schleife über den Gurtpin kann bei dieser Versenk-Lösung wirklich nix mehr passieren.
  • Die beiden unteren Potis sind Tone und Volume für die Humbucker samt Umschalter.
  • Ich hab mir genau wie bei den TA-Rahmen die Chromvariante von Schaller geholt.
  • TA sind Wilkinson, ich hab sie in Diamant-Metallic-Blau eingefärbt.
  • Dazu noch den unscheinbare Hex-Pickup von Roland.
  • Die LED zeigt korrekte MIDI-Verbindung an.
  • Davor der kleine Umschalter zwischen den beiden Signalarten.
  • Mit den beiden schwarzen Tastern am Cutaway schalte ich die Soundprogramme auf und ab.

Kopfplatte mit zusätzlichem Riegelahorn-Furnier, koloriert:

Kopfplatte von hinten:

  • Wie bekommt man so etwas wischfest?
  • Fixativ!
  • Und danach mit Acryllack versiegelt.
  • Bis jetzt hält es.

Vielleicht erscheint das Ergebnis einem kritischen Betrachter wie Naiv-Malerei.

Aber es ist wie überall im Leben: zu allererst muss sie mir gefallen.

Tut sie auch.

Grüß´le,

Uwe

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Bewertung 4.8 Sterne aus 40 Meinungen

9 Antworten auf PR Style – Uwe Faulborn

  • Oh ein Tribute to my Buntnesseln! Toll! Da merkt man doch gleich, dass hier jemand ein Händchen für s Pflänzle und für die Gitarre hat und diese gekonnt in kreativer Weise miteinander verbinden konnte. Sehr schönes Exemplar! Von mir gibts 5 Sterne. Mehr kann ich leider nicht vergeben…

  • Tolles Teil! Endlich mal ne kreative Lösung, Buntnesseln in die Hand zu nehmen und dabei nen geilen Sound zu erzeugen! Hut ab! Sieht richtig cool aus, das Teil! Man beachte die Liebe zum Detail, die auch in dieses Exemplar sichtbar zum Vorschein kommen. Weiter so, Uwe! Freue mich schon drauf, den Buntnesselsong mal live zu hören 🙂

  • So kreativ wie wir dich kennen, Uwe. Sieht klasse aus!

  • Da ziehe ich voller Respekt meinen Hut 🙂
    Kreativ und einmalig.
    5 Sterne mit Anlauf !
    Gruß Thomy W.

  • Psychodelisches Teil inspired by Bundnessel – genial

  • Vollkommen aus der Reihe, sowohl optisch als auch technisch. Kritik? Leider ohne Fluxkompensator.

  • Lieber Uwe,
    deine Kreativität, was die künstlerische Seite erst mal betrifft, darüber hinaus aber auch deine Wortwahl bezüglich deiner sehr detaillierten Beschreibung ist nicht mehr zu toppen. Musikalisch technisch ausgefeilt bis ins Detail, absolut verständlich auch für technische oder musikalische Laien. Die Auswahl der Hölzer, verbunden mit der Farbgebung durch einen einfachen Farbstift – auf diese Idee muss man erst mal kommen.
    Deshalb gibt es von mir 5 Sterne mit zusätzlicher Beilage

  • Hallo Uwe,

    Genial einfach- einfach genial ! Mein Urteil zu deiner Super Arbeit. Kreativität und durchdachte Planung. Die Farbgebung wäre total meins. 🙂 Mmh, Sabber!

    Die Wilkinson TA sind sehr gut. Hab ich auch in meiner ML – Bausatz PRS in „PurpleSparkle“ (Contest 2015). Farbgebung ist aufwendig zu realisieren mit den Neon- Eddings aber genial.Die verdeckte gefräste Tasche für die Klinke und die Digitalbuchse sind ein guter und sicherer Weg, den ich auch so machen würde. Sichtbar Weniger ist oft Mehr. Besonders, wenn du z.B. auf die Decke noch Mosaiks oder Bilder aufbringen willst. (evtl. Transfer von Bildern auf Holz ) So stören keine Buchsen oder Potis die Ansicht. Oben könnte man z.B. auch eine Tasche fräsen, wo die Potiknöpfe und Blade-Switches versenkt werden können. Wirkt einfach, aber auch edel. Das HEX – Pickup ist eine schöne Lösung für direkte Abnahme, da du es an die Oberflächenwölbung der Gitarre anpassen kannst und mit wenigen Handgriffen wieder rückstandslos entfernen könntest. Es sei denn du wählst zusätzlich zu den Klettstreifen als Befestigung, die Schraubverbindung. Jedoch ist es eine Heidenbastelei, den Pickup abzugleichen bis man die Dynamik der einzelnen Saiten und die Reaktion auf Glides, Hammering und Bending dem persönlichen Spielstil angepasst hat. Das ist aber kein Problem des Pickups, sondern notwendige Einstellarbeit am Interface/Synthmodul. So hast du aber auch auch klarere und vollere Töne beim Spiel, die eine ungeahnte Klangtiefe erzeugen . Die Magnetbefestigungen sind ebenfalls sehr gut . Dieter Gölsdorf von GÖLDO bzw. Gründer und Inhaber von Düsenberg Guitars, hat diese Technik auch seit Langer Zeit in Anwendung. Wie gesagt. Du hast wieder eine Super Leistung abgeliefert! 5 Sterne !

    Viele Grüße!

    Micha

  • Geile Optik! Coller Typ!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.