PR IV – Andreas Paulousek

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Stückliste und Arbeitsplan:

E-Git.-Bausatz/Guitar Kit PR- IV Esche Burl Top Custom Mahagoni

Das wurde im Paket geliefert:

  • unlackiert, zur freien Gestaltung, incl. aller Zubehörteile!
  • Korpus: Mahagoni massiv
  • Binding cremefarben
  • Decke: Esche „Burl“ Echtholzfurnier (sehr schöne Maserung)
  • Hals: Mahagoni 24 Bünde, geleimt
  • komplett unbehandelt
  • Griffbrett: Palisander mit Bird Inlays
  • Large-Bünde
  • Mensur: 62,8 cm
  • Tonabnehmer: 2 x Chrom Humbucker (ausgetauscht gegen Wilkenson )
  • Elektronik: 1xVolumen 1xTone Poti (sind entgegen Abbildung Metall/Chrom)
  • 3-Wege-Schalter
  • Wrap around Bridge / Wilkenson mit verstellbaren Reitern ( alternativ )
  • Chrom Hardware / Mechaniken auch ausgetauscht gegen Wilkenson

Eigene Bewertung des Bausatzes:

Der Bausatz ist absolut sein Geld wert. Alles ist sauber verarbeitet, bietet aber noch jede Menge Entfaltungsmöglichkeiten. Das Holz ist schon relativ glatt, sollte aber auf jeden Fall noch bearbeitet werden, wenn man es schön haben will. Für alle Schrauben, die angebaut werden müssen, gibt es keine Vorbohrungen. Hier ist absolute Sorgfalt angesagt. Beispiel: Die Mechaniken sehen schief nicht wirklich gut aus…..

Sonstige Materialien, später nachbestellt oder anderweitig erworben:

Von ML:

  • Abschirmlack
  • Gurt, Wildleder, braun
  • Neue Brücke aus Alu/Block von Wilkenson (dazu später)

andere Quellen:

  • Beize „Gold Mahagoni“ / wasserlöslich
  • Hartöl farblos
  • Schleifpapier ( verschiedene Körnungen 240 – 600 )
  • Jede Menge Lappen; Polierwatte
  • Latex Einmalhandschuhe (unbedingt)
  • Neue Halbstababdeckung – siehe unten
  • Ein passender Koffer
  • Sec Locks
  • Unterlegscheibe für die Brücke
  • Langer Holzbohrer für Akkuschrauber, für das Bohrloch zur Brücke
  • 009 – 042er Saitensatz von Gibson (mein absoluter Favorit für diese Klampfe)

Grundarbeitsschritte:

  • Leicht „wässern“ (nicht nass machen!), damit sich die Fasern aufstellen
  • Schleifen; wenn die Fläche glatt ist, weiter mit Beizen, sonst wiederholen
  • Beizen; schleifen ca. 6-8mal, dabei die Teile mehrmals beizen, die etwas dunkler werden sollen ( Beizen mit Ballen, nicht mit Pinsel)
  • Hartöl mit fusselfreien Ballen auftragen (bitte nicht mit Pinsel)
  • Mindestens 24 h trocknen lassen (ggfs. Nachschleifen/anschleifen) – vorsichtig!!
  • Diesen Vorgang 3 – 4mal wiederholen. (oder öfters)
  • Die Humbuckerfächer und das Elektronikfach mit Abschirmlack behandeln (nicht kleckern!! Besser separaten Pinsel nehmen.)
  • Ein Löchlein von E-Fach zur Bridge bohren (oder umgekehrt) aufpassen, das man nicht „irgendwo“ rauskommt.

Ursprünglich war geplant die Veredelung mit Schellack vorzunehmen. Da dies Zeug extrem schwer zu beschaffen ist, habe ich mich für die Hartölvariante entschieden. Ich habe mich bemüht, so ordentlich wie möglich zu arbeiten. Ich bin kein Handwerker und besitze halt nur Werkzeug, wie es sich in den meisten Haushalten befindet. Ich habe mir bewusst Zeit gelassen, um mein geplantes Optimum zu erreichen. Ich möchte mich an dem Teil erfreuen – da nützt es mir wenig, wenn ich es in 4 Stunden „zusammenhaue“.

Elektronik:

Hier habe ich mir einen Wolf gegoogelt. Da dem Bausatz keine Bauanleitung beiliegt, habe ich Rat bei ML eingeholt und die Umsetzungsidee noch einmal rückbestätigen lassen (Dank an Matthias). Vielleicht hilft mein Bildchen dem Einen oder Anderen.

Die Elektronik zu Verbauen war nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe. Ein paar Kabel sind mir dabei, da sehr feine Drähte, von der Lötstelle abgebrochen. Eins habe ich komplett austauschen müssen (nach Abbruch zu kurz). Zunächst dachte ich, es ist alles ok. Nach Erwerb eines Feinlötkolbens habe ich die Elektronik noch mal unter die Lupe genommen und ein Kontakt/Masseproblem beseitigt. (Grund: Einiges kam mir im Klangbild doch seltsam vor( zu leise).

Die Brücke sollte unbedingt geerdet werden. Vor dem Einschlagen der Bolzen ein Kabel zum Bohrloch der Brücke verlegen und mit dem Bolzen beim Einschlagen „verklemmen“.

Jetzt ist alles gut.

Der Zusammenbau allgemein:

Alle Löcher für die Schrauben vorgebohrt, um das Holz nicht unnötig zu belasten. Bei dem Anbau der Pins habe ich mich zunächst für die Standardvariante entschieden – wie bei einer „Strat“. Ich spiel die Gitarre relativ hoch – ansonsten kann es Probleme mit der Arretierung des Gurtes an der „Flügelposition“ geben. Habe deshalb letztlich doch Sec Locks angebracht. Der Gurt von ML passt farblich perfekt zur Gitarre.

Wie sieht man, dass es meine Gitarre ist oder die Sache mit dem LOGO?

Hier habe ich länger überlegt, wo und wie ich meine Initialen anbringe. Lackstift gekauft, um irgendwo, irgendwas zu „schreiben“ – letztlich doch nicht den Mut dazu gehabt, um das gute Stück nicht zu versauen. Der nächste Schritt war der Entwurf eines eigenen LOGOS. Danach gab es diverse Ideen, wie und wo dies nun auf die Gitarre soll. Folie ist nicht unbedingt der Hit und hat seine „Verfallszeit“. Irgendwie war ich auf die Idee gekommen die Halsstockabdeckung auszutauschen. Ein Offsetdrucker hätte mir das aus Weichplastik mit meinem LOGO gefertigt, sähe aber irgendwie „billig“ aus. Metall, wäre auch eine Alternative, ist aber unter 60 – 70€ vom Graveur kaum zu haben. Durch Zufall, bin ich auf jemanden gestoßen, der sich speziell mit dem Thema Halsstockabdeckung beschäftigt. Diese Firma hat mich an einen holländischen Künstler verwiesen, der genau das umgesetzt hat, was ich mir vorgestellt habe und zwar aus afrikanischem Ebenholz und meinem LOGO aus Perlmutt. Nach Erhalt habe ich nun diese Abdeckung gegen das Plastikteil ausgetauscht und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Die Löcher habe ich selbst gebohrt, damit sie exakt passen. Das dritte, in der Spitze ist allerdings neu, da die neue Abdeckung länger ist.

An dieser Stelle vielen, vielen Dank an:

www.peghead.nl bzw. www.trussrodcovers.nl und

Douwe Siegersma, der die Idee von mir künstlerisch umgesetzt hat. (sehr netter Kontakt, Kommunikation in Deutsch, Englisch und ein bisschen holländisch )

 

Die Feineinstellung der Gitarre oder das Problem mit der Brücke:

Die Halsschraube bzw. den Hals leicht angezogen, damit die Saiten nicht so hoch sind, aber auch nicht „scheppern“. Bei der Einstellung der HBs habe ich den Saitenabstand so verringert, dass sie gerade noch schweben, wenn ich den höchsten Bund spiele.

Die sehr langen Stellschrauben an der Bridge hatte ich zuerst ausgebaut – gefiel mir so nicht. Jetzt sind sie allerdings wieder dran, da es sonst Probleme mit der Intonation gibt. Die Tonhöhe im zwölften Bund weicht beim völligen Einschieben der Brücke um ca. +20% ab. Jetzt lassen sich die Saiten auch besser austauschen und der Bridge HB bekommt mehr von der Saitenschwingung ab. Final habe ich jedoch die Schrauben gekürzt, damit sie nicht so weit heraus stehen. Tipp: Nie komplett kürzen, damit noch Spielraum für die Feineinstellung bleibt. Die Kürzung habe ich durch Abschleifen (Schleifstein) und nicht durch Absägen erreicht, dadurch kann man wesentlich präziser arbeiten. Mutter und Kontermutter verwendet, damit man die Schraube mit der Zange halten kann, ohne das Gewinde zu verletzen.

Die alternativ bestellte Brücke mit den Saitenreitern von Wilkenson hatte ich nochmals gegen eine Blockbridge ausgetauscht und weiter mit der Intonation rumexperimentiert.

Letztlich habe ich aber davon Abstand genommen und die Brücke mit den Reitern wieder verwendet, jedoch die Schrauben mit dem größeren Kopf der Blockbridge in die bisherigen Bolzen geschraubt.

Die Brücke kippt, bedingt durch den Saitenzug, leicht (schräg) nach oben, da sie mittels der Stellschrauben nicht komplett auf den Bolzen sitzt. Dadurch erhöht sich die Saitenlage, was die Intonation nicht gerade erleichtert.

Lösung:

Das Kippen des Brückenteils habe ich dadurch verhindert, indem ich eine normale Unterlegscheibe mit einer 8mm Bohrung versehen, zurechtgeschliffen und letztlich zersägt habe. Diese Halbscheiben sitzen jetzt stramm unter dem Bolzenkopf und verhindern das Kippen der Brücke. Die Intonation passt jetzt und die Spielbarkeit ist super. (Gutes Bending möglich und kein Scheppern in irgendeinem Bund. Ich hatte mit verschiedenen Materialien probiert das Problem zu lösen, aber zur Unterlegscheibe aus Metall gibt es keine Alternative – der Saitenzug ist doch enorm)

Der Klang und die Spielcharakteristik:

Dank der ausreichenden Erdung (Masse) brummt dieses Teil überhaupt nicht – niemals!! Sie kann sehr schön und rein klingen, aber auch richtig Druck machen. Wenn man bedenkt, dass die Humbucker nicht gesplittet und nur ein Volume, ein Toneregler und ein Dreiwegschalter vorhanden sind, macht das Teil richtig Spaß. Ich habe allerdings keinen Vergleich zu den Standard HB´s. Im Vergleich zu meinen Profigitarren (US-Strat; Ibanez Artcore) kommt sie gut weg. Die relativ kurzen 24 Bünde erleichtern die Spielbarkeit enorm – vorausgesetzt, man hat keine zu großen Hände…..

Fazit

Dieses war mein erstes Projekt. Ziel dabei war es, das Holz voll zur Geltung kommen zu lassen und nicht mit diversen Farben zu verfälschen. Die Oberfläche sollte bewusst einen „Seidenglanz++“ bekommen. Sehr wichtig war mir die Decke. Hier habe ich versucht einen leichten Farbunterschied zu erreichen – gerade so, dass man es wahrnehmen kann. Die Farbe der Decke könnte man als „Whisky“, „Rum“ bezeichnen. Je nach Lichteinfall erscheint die Decke dunkel bis goldgelb.

Den Shop finde ich sehr gut und werde ihn gerne weiter empfehlen. Während der „Bastelarbeit“ ist ein sehr netter Kontakt zu Matthias List entstanden. Vielen Dank dafür. Hier geht es offensichtlich nicht ums schnelle Geschäfte, sondern auch um ein „After Sales“ Service und das Interesse, was aus den Bauteilen so gemacht wird.

Also: Gerne wieder

Andreas Juni 2014

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10 Antworten auf PR IV – Andreas Paulousek

  • Ich hätte eine Frage zur Lackkierung.
    Ich habe vor mir den Bausatz auch zu gönnen und meine Frage ist, wie hast du den Rücken und die Kopfplatte so braun, aber doch „pohrig“, wie bei einer Les Paul faded lackiert?
    nur Beize und Öl, oder nur Öl? Oder noch Lack?
    MfG,
    Max
    PS: Gitare sieht echt gut aus.

    • Hallo Max!

      Erst einmal danke für das Kompliment. Nur Beize und Hartöl, wie beschrieben. Mehrere Beiz – Schleif – Öl – Schleif Vorgänge etc. Da die verschiedene Hölzer, die im Bausatz verwendet werden unterschiedliche Dichte haben, kommt es auch zu dieser Charakteristik. Durch die feinen Ölschichten bleibt diese Geschichte sichtbar. Ist ja letztlich Geschmacksache, ob man die Poren nur versiegeln, oder komplett „zukleistern“ will. Ganz glatt finde ich optisch auch schön, war aber hier nicht das Ziel.

  • Schöner Gesamteindruck! Aber warum kein Creme-farbener Toggle-Switch-Knopf?

    • Hallo Christian Pico-Sanchez!
      Danke für die positive Meinung. Ich habe halt alles verbaut, was geliefert wurde. Nur die Bridge und die HB´s waren ja optional. Das Griffbrett und die Halsstockabdeckung sind ja auch dunkel. Entgegen der angebotenen Potiknöpfe sind die ja verchromt. Wären sie beige, würde das wohl schon eher das Gesamtbild stören.
      Gruß
      Andreas

  • Sehr schön gemacht! Sieht Super aus!

  • Guter Tip mit der Unterlegscheibe an der Brücke, ich kämpfe gerade mit dem gleichen Problem. Wirklich zu blöd, dass die Brücke nicht „satt“ passend in den Bolzen sitzt. Ist aber bei Wilkinson Wraparound und der von ML mitgelieferten Brücke das gleiche.

  • Sehr nettes artikel. Und die gitarre ist wunderbar so schon.

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