PR Hollow Body – Achim Gilfert

Hallo zusammen,

ich habe Anfang 2018 die Semi I bestellt und dachte, während meiner Elternzeit ganz entspannt mal wieder eine Gitarre zu bauen. Ich hatte schon mal einen sehr günstigen und auch einmal eine E-Gitarre komplett selbst gebaut. Wie es so ist kam ich mit dem Neugeborenen nicht dazu und fing erst im März an. Der Plan war, eine perfekte – möglichst naturbelassene, geölte und gewachste Gitarre zu bauen. Leider wurde ich mit der Natur des Holzes konfrontiert, welches an zwei Punkten durch das Leben gewachsene Stellen aufwies. Gelernt habe ich dabei, dass es nicht ratsam ist mit Kleber und Spänen des Körpers zu spachteln, wenn man ölen möchte. Öl und Wachs gehen da nicht dran und so bleibt eine Verfärbung. Die gesamte Gitarre wurde dann bis runter auf 1200 er Schleifpapier geschliffen. Aalglatt kann ich nur sagen – was ich nicht in Betracht zog war ein sehr dünnes Furnier, sodass an zwei Stellen der „Untergrund“ leicht durchkam. Also ich dann noch an der Anfangsstelle mit dem Binding nicht klarkam und mich schon stark reingesteigert hatte, änderte ich meinen Plan. Sie soll nicht perfekt werden. Perfekt unperfekt – und sie bekam einen Namen – noXcuse. Nach der ganzen Schleiferei wurde geölt und gewachst und ging es an die Hardware. Hier habe ich mal Rockinger bemüht und zwei Mega Humbucker (Cream Team) verbaut. Auch die Schalte und Potis habe ich durch Markenware ersetzt. Zuerst nutzte ich die beiliegenden Mechaniken – wobei mir die nicht gefielen und nun welche von Schaller mit offenen Mechaniken zum Einsatz kommen (ein Hinweis – in der Kopfplatte waren Schraubenlöcher für die Verdrehsicherung der beiliegenden Mechaniken vorgebohrt. Die waren mit den anderen Mechaniken zu sehen. Daher musste hier noch mit Holzkitt verfüllt werden)

Die Tonabnehmerrahmen aus Kunststoff habe ich abgeschliffen und so angepasst, dass darüber Chromrahmen aus Metall passten.

Nun ging es an die Verkabelung, die beim ersten Mal nicht hingehauen hat. Ich habe mir fast alle Finger gebrochen. Mit ein wenig nachdenken habe ich mich entschieden, alle Kabel aus der Gitarre herauszuführen und nach Verlötung etc. wieder in das Gehäuse zu verlegen. Hat ganz gut funktioniert und man sieht nur wenig Kabelei durch das F-Loch. Mir war eine einwandfreie Elektromontage wichtig und daher wurden alle Kabel als Mini Kabelbaum zusammengefasst und alle Löt- und Verbindungsstellen mit Schrumpfschlauch ordentlich geschützt.

Nun kam die Brücke dran, doch leider war der Halswinkel so, dass die Brücke zu einer adäquaten Saitenlage nicht einstellbar war. Das war alle viel zu hoch. Freundlicherweise hat Matthias mir eine flachere Brücke geschickt. Die passte optisch aber nicht und so habe ich die alten Bolzen unterhalb des Bundes abgedreht und einen Einstich eingedreht. Nun ließ sich die Brücke knappe 2 mm tiefer setzen und alles sah gut aus. Zuletzt nun wurde alles wieder abgeklebt und der Hals abgerichtet und die Bundstäbchen wieder verrundet. Im Anschluss habe ich die Sattelkerben angepasst, sodass alles gut saß.

Zu guter Letzt gab es noch das Logo auf die Kopfplatte und ich möchte sagen, die Gitarre hört sich prima an und spielt sehr leicht.
Alles in allem hat mich die Gitarre Nerven gekostet, aber sie hängt nun an der Wand und ich nehme sie ab und an mal zum Klimpern runter.
Ich freue mich auf eure Bewertungen und kann nur sagen, dass der Wert der Gitarre für mich ganz klar in den Herausforderungen gelegen hat, die sie mir beschert hat. Und für mich ist eine Themengitarre – unperfekt perfekt noXcuse.

Achim

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