MLP Flat Top – Christian Pico-Sanchez

Hallo Matthias!
Ich habe mich nach langer Überlegung doch noch entschlossen Bilder meiner Gitarren zum Wettbewerb einzureichen. Leider gibt es wieder die Situation, daß Rankings kapput gemacht werden. Diese Buben verstehen halt immer noch nicht, daß damit ihre eigenen Instrumente nicht besser werden…

Aber jetzt zur Beschreibung der LP Flattop:

DSC01726_b IMG_20130511_103614 IMG_20130511_103513 IMG_20130511_103211 IMG_20130511_103015 IMG_20130511_102918 IMG_20130505_115517 IMG_20130505_115448 IMG_20130505_115405 IMG_20130505_115317 IMG_20130505_115239 IMG_20130505_110551_aLes Paul Flattop_b LesPaul_Layout_2

Bei diesem Bausatz handelt es sich um eine Variante der Les Paul, die neben einer flachen Korpusdecke noch ein F-Loch beinhaltet und damit einen schlanken jazzigen Eindruck macht.

Hals und Korpus bestehen aus Mahagoni, Palisander-Griffbrett mit Trapez-Inlays für den klassischen Look, sowie eine Burl-Ash-Funier der Decke runden die Sache ab.

Ursprünglich wollte ich, durch das F-Loch inspiriert, etwas „Altes“ entwerfen. Aber nicht bloß „Alt“, sondern auch „Anders“.

Ich wollte dann in die Zemaitis-Richtung gehen, vielleicht auch in Richtung Nick Page, dachte also grundsätzlich an eine Art Aluminium-Decke. Nachdem ich einige Layouts entworfen hatte, damit aber nie wirklich zufrieden war, befasste ich mich wieder mit dem „klassischen Design“ dieser Gitarren.

Um einer „normalen“ Optik entgegen zu wirken, entschied ich mich letztendlich für eine „Reverse-Schlagplatte“ im Stil der Firebird. Als Material diente hier ein Aluminium-Gitter, daß mittels doppelseitigem Klebeband auf der Decke montiert ist, dadurch auch rückstandslos entfernbar bleibt.

So wurden zum ersten mal die Designs der Les Paul mit der Firebird kombiniert – zumindest ist mir nichts Anderes bekannt. So ganz nebenbei passt diese Symmetrie perfekt zum Verlauf des F-Lochs!

Als Pickups kamen die von mir geschätzten GFS Lipstick-Humbucker zum Einsatz. Diese Pickups sind vom Lautstärken-Niveau ca. bei normalen Single Coils, aber ihr Ton ist unerreicht. P90-Sound, eine Spur weicher und glockiger, zusätzlich ist jede Spule ein richtiger Single Coil, bringt beim Splitting also echte Single Coil-Sounds. Die Potis sind wie bei mir üblich, von Alpha, die Kondensatoren sind vom Tubeamp-Doktor.

Der Korpus und Hals wurde nach dem Beizen mit farblosen Nitrolack versiegelt.

Die „wilde“ Maserung der Korpusdecke kommt dabei sehr gut zur Geltung.

Der Zargen wurde mit kleinen Spiegelkacheln versehen, ebenso die Kopfplatte. Von den Spiegelkacheln an den Zargen probierte ich verschieden Variationen, entschied mich dann am Ende für die Einreihige.

Zum Charakter der Gitarre: die Flattop-LP spricht trocken gespielt sehr schnell uind perkussiv an, hat bautypisch eine gute Lautstärke, klingt rauh und mittig.

Der Eindruck setzt sich am Verstärker fort, die Pickups glätten das Rauhe allerdings ein wenig.

Vom Handling entspricht der Bausatz typisch dem Les Paul-Handling; niedrige Saitenlage, sehr gute Bespielbarkei durch die kürzere Mensur.

Dieser Bausatz ist für jeden Les Paul-Fan interessant, da er optisch beindruckt, und der Sound-Charakter eine neue Facette im Les Paul-Bereich ist.

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Bewertung 4.4 Sterne aus 101 Meinungen

10 Antworten auf MLP Flat Top – Christian Pico-Sanchez

  • Ich find zwar Spiegelfliesen gehören übers Bett, aber so gehts auch.
    Sexy Gitarre hast Du da gebaut.
    Herzlichen dafür.

    Gruß von David

    • Vielen Dank, David. Diese sexy Gitarre ist ja auch fast was fürs Bett..? Gegen deine „Dampfmaschine“ ist sie aber wieder stinknormal.

  • Gehört zu meinen Favoriten…da wird der Selbstbau noch experimentierfreudig interpretiert.

  • Die Gitarre ist von der Oberflächengestaltung wirklich sehr schön geworden, auch die silberne Hardware passt. Aber: Wozu um Himmels Willen noch die Fliesenlegerarbeiten??? Das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht zu dem Rest… Das PG will mir auch nicht so recht gefallen, kann mir gut vorstellen das sich der Strickpulli von Mutti darin ganz gerne mal verhakt, das PG hätte man eventuell einfassen müssen. Manchmal ist weniger eben mehr. Dennoch Daumen hoch für deine Experimentierfreudigkeit.

    • Hallo, die Fliesenlegerei war so eine Idee, die (siehe 1. Bild) schon ausgeartet ist und reduziert wurde. Da sich das Ganze leicht wieder entfernen lässt und ich meine Gitarren ständig verändere, ist es nicht sicher ob das Ganze nächste Woche noch so aussieht… Grundsätzlich ist es aber Geschmacksache. Das PG wird Mamis Pullover nicht zerstören da die Kanten abgestumpft worden sind.

  • Sind das Lipstick Singlecoils zu Humbuckern gebündelt? Großartige Idee. Da bin ich aber wirklich auf den Sound tierisch neugierig!!! Habe den ’normalen‘ Lipstick Pickup Sound schon bei meiner Danelectro 63 sehr zu schätzen gelernt.

    • Hallo, die Lipstick-Humbucker sind „as is“, also werden so fertig geliefert. Grundsätzlich 2 einzelne Lipstick-Single Coils auf einer Grundplatte mit 5-adrigem Kabel.

  • Hallo Karl!

    Danke für die Bewertung!

    An die Firebug hatte ich nicht gedacht… Die Aludecke war mir mit der Ätzung dann auch zuviel, darum habe ich alles in diese Richtung Versuchte wieder verworfen. Die Illustration stellt somit nur noch ein Beispiel der Idee dar. Diese „alte Variante“, links unten, war auch mein erster Favorit, in Kombination mit den Lipstick-Pickups, fehlte mir aber noch irgendetwas…

    Zu den Pickups: Sie klingen wirklich sehr gut, aber der Output liegt ca. auf Standard-Single Coil-Niveau. Die EMG-HZ-Single Coils aus meiner Strat sind trotz normalen 6 kOhm lauter, besonders der Steg-Pickup mit der Alu-Grundplatte. Ein normaler P 90 ist auch lauter, die Kombination mit Lipstick-Humbucker am Hals geht aber wieder, weil die Halsposition die Lautere ist.

  • Hallo Christian,
    du schreibst „So wurden zum ersten Mal die Designs der Les Paul mit der Firebird kombiniert“. Schau dir mal, auch als Inspiration, die Helliver Firebug an. Die hat zwar mehr Firebird Gene als deine, bietet aber auch eine Menge interessanter Design-Elemente. Dein Gitter ist ein interessantes Pickguard-Material, das habe ich so noch nicht gesehen. Zwar verwendet es auch Trussart des öfteren, aber eben nicht als Pickguard. Die Kombi aus „wilder Maserung“ und den Zemaitis-Elementen ist mir persönlich „too much“, aber das ist Geschmackssache. Mir hätte deine Variante links unten besser gefallen, aber dann mit neutralem, schwarzem Pickguard oder eben mit dem Gitter. Mit den Pickups hast du voll mein Interesse geweckt, die sind mir schon an deiner LPJ aufgefallen. Die sehen richtig gut aus, und wenn sie so gut klingen wie von dir beschrieben – her damit.
    Gruss Karl

    • Hallo Karl, noch eine Anmerkung zur Firebug: Die ist ja eigentlich nur eine abgerundetere Version der Firebird, die sich fast ausschließlich an der Firebird orientiert. Bei mir sind es doch die markanten Details beider Gitarren, die hier kombiniert worden sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.