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MLP – Clemens Reder

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MLP E-Gitarre geriegelt

  • Korpus: Erle, gewölbt mit cremefarbenem Binding
  • Hals: Ahorn, 22 Bünde
  • Griffbrett: Palisander mit Trapezinlays
  • Lack: blau, leicht türkis, mit glänzendem Klarlack
  • Tonabnehmer: 2 Wilkinson Humbucker Chrome
  • Sonstiges: Goldene Potis

Ich habe mir nach langem Warten einen Les Paul Bausatz bei ML-Factory bestellt. Der Artikel wurde gut verpackt sehr schnell verschickt. Bestellt hatte ich die MLP geriegelt, Mechaniken und Brücken Standard, dafür aber Security Locks und zwei chrome-farbene Humbucker von Wilkinson.

Als Erstes habe ich die Gitarre testweise zusammengeschraubt. Bedeutet also, dass ich geschaut habe, ob alle Teile da sind, ich weiß wofür diese gut sind und ob alles zusammen passt. Dabei bemerkte ich, dass die rückwärtige Abdeckung für den Schalter nicht in die Fräsung passte, wozu ich sie aber nach kurzem Feilen überreden konnte.

Das Projekt begann ich daraufhin mit dem Schleifen von Korpus und Hals. Zuerst wurde mit 240er und danach 400er Körnung komplett per Hand geschliffen. Nach einem Anfeuchten des Holzes war das Holz wieder komplett rauh. Also noch zweimal 240er, 400er Schliff mit anschließender Befeuchtung, bis ich für diese Körnung zufrieden war. Es folgte eine Runde mit 600er Schleifpapier. Zwischendurch habe ich angefangen, den Headstock zu skizzieren und auszusägen. Der Bogen wurde jedoch unsymmetrisch, weswegen ich daran sehr viel und lange feilen musste, um ihn zu korrigieren. Letztendlich bin ich zu einem angenehmen Ergebnis gekommen.

Als Nächstes habe ich mich an anderem Holz an die Beizarbeit herangetastet und dann die blaue Beize auf Korpus und Hals aufgetragen. Beim Hals wurde natürlich vorher das Griffbrett abgeklebt. Im nassen Zustand sah beides schon ziemlich gut aus. Allerdings gab es am Korpus eine kleine Stelle am oberen Ende, die keine Beize annehmen wollte. Auch intensives Reinigen mit Spiritus und Schleifen konnte den (vermutlichen) Kleber nicht entfernen, der da wohl ausgetreten war. Die Stelle bleibt also bis heute Naturfarben, wobei das nicht wirklich stört. Am Hals gibt es zwei Stellen, bei denen das gleiche ist.

Nun wurde die Oberseite des Korpus mit 400er Körnung angeschliffen, um die Maserung anzufeuern. Aufgehört habe ich einfach, als ich dachte, dass das so gut aussehen wird. Das blau war also insgesamt schon recht ausgedünnt, aber noch lange nicht komplett runter. Danach wurden Korpus und Hals noch einmal blau gebeizt. Danach folgten je drei Runden dünnes Grün, um ein leichtes Türkis zu erhalten. In der Zwischenzeit dachte ich über eine Lackierung nach, die die farblosen Stellen verschwinden lassen sollte. Diese Idee habe ich jedoch relativ schnell wieder verworfen.

Anschließend wurde die Gitarre (mit Ausnahme des Griffbretts) mit Hartwachsöl behandelt, um die Oberfläche zu versiegeln. Dreimaliges Auftragen und Trocknung ergaben ein sehr schönes Ergebnis. Das Hartwachsöl von Clou hat die Vorteile, dass es Farbe und Maserung noch einmal anfeuert und verschönert und gleichzeitig richtig hart wird. Die Oberfläche und vor allem auch die Beize ist damit perfekt geschützt.

Als Nächstes habe ich die Fräsungen mit Abschirmlack („E-Shield“ von ML-Factory) bestrichen und die Vorderseite des Headstocks mit glänzend-schwarzem Lack und Airbrush-Pistole lackiert.

Hals und Korpus wurden mit 1000er und 1200er Körnung fein-geschliffen, gesäubert und anschließend mittels Polierpaste auf Glanz poliert. Danach wurden die mitgelieferten Strat-Mechaniken gegen schöne LP-Tulpen-Mechaniken ausgetauscht. Für die Strat-Mechaniken war eine 10mm Bohrung erforderlich. Die neuen Mechaniken brauchten aber 8mm. Also habe ich Adapterhülsen gekauft und eingeklebt, die das Loch sozusagen von 10mm auf 8mm verkleinern. Das Ganze war einfach und hat gut geklappt. Die Mechaniken musste ich parallel zueinander verbauen, auch wenn ich sie lieber an den Bogen der Kopfplatte angepasst hätte. Dann hätte ich aber ein Platzproblem bekommen. Hierbei fiel mir auch auf, dass der Headstock ein Stück zu kurz geraten ist.

Jetzt ging es an den Zusammenbau. In die Abschirmung in den Fräsungen habe ich einfach Schrauben reingedreht, um die Kabel gewickelt waren, die dann zur Masse-Sammelstelle gelegt wurden. Nacheinander wurden Brücke und Tailpiece, Potis, Tonabnehmer und der Schalter eingebaut und alles gelötet, was gelötet werden musste. Den Korpus zieren vier goldene Poti-Knöpfe. Mitgeliefert wurden zwar schwarze, aber damit wäre mir die Gitarre zu dunkel geworden. Zu guter Letzt habe ich alles geputzt und das Kabel konnte das erste Mal – pünktlich 4 Tage vor Silvester – reingesteckt werden. Der Sound ist für meine Ohren echt super, schön warm, kann aber auch ordentlich drücken in Sachen Overdrive.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit diesem Overdrive. Es gab zwar ein paar Kleinigkeiten die etwas schmerzen, wie die ungenauen Bohrungen und die Stellen, die man nicht beizen konnte. Trotzdem ist ein schönes Ergebnis herausgekommen. Die Gitarre besticht mit ihrem Aussehen und den recht vielseitigen und LP-typischen Klang. Ich kann nur jedem weiterempfehlen, sich auch einmal einen Bausatz zu kaufen. Es macht Spaß, mal selber eine Gitarre zu bauen, auch wenn man nicht alles selber macht und dadurch ordentlich Geld spart.

Mit diesem Zusammenbau lernt man einiges über die E-Gitarre, besonders auch über ihr Innenleben, und einiges über die Verarbeitung von Holz. Ich fand diese Arbeit sehr interessant und empfehle sie wirklich jedem ambitionierten E-Gitarristen weiter!!

Grüße in die Welt!

Clemens Reder

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